Mit deutlichen Worten ließ LH Hans Peter Doskozil seine Chefin Rendi-Wagner wissen, dass er am SPÖ-Parteitag nicht mehr als ihr Stellvertreter kandidieren wird. So „hilfreich“ wie seine dauernden Wortspenden zur Bundespolitik ist nunmehr auch der medienwirksam versendete Brief des starken Mannes aus dem Burgenland. Es stellt sich die Frage, ob LH Doskozil nicht vielleicht vorausschauend einer Niederlage entgehen möchte. Nachdem er schon beim letzten Parteitag Federn lassen musste, wird es durch die Verkleinerung des Parteivorstandes von 16 auf 6 Stellvertreter eng für die neun Landesvorsitzenden. Durch seine Querschüsse ist es wahrscheinlich, dass auch das Wahlergebnis beim Parteitag im Juni für ihn nicht zufriedenstellend ausfallen könnte. In jeder Partei muss Platz für verschiedene Meinungen sein. Durch den Rückzug von LH Doskozil scheint Pamela Rendi-Wagner gestärkt, auch wenn sie weiter mit Wortmeldungen aus dem Burgenland rechnen muss. Durch ihre medizinische Kompetenz hat sie in der Pandemie ihre Umfragewerte deutlich verbessert. Dies könnte nun durch die „Trennung in Freundschaft“ gefährdet sein und ist für die harte Arbeit in der Opposition sicher keine Unterstützung.
Mag. Hans Rankl, St. Pölten
Erschienen am Do, 29.4.2021
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