Der zu Ende gehende Wahlkampf um Wien zeigt wieder einmal, wie wenig Ideen und Konzepte Politiker für die Zukunft haben. Das alles beherrschende Thema war natürlich Corona. Alle Kandidaten übten massive Kritik an den durch die Bundesregierung verordneten Maßnahmen, wider besseres Wissen, dass es kaum Alternativen gibt. Kein Gedanke daran, wie künftig ein koordiniertes Europäisches Krisenmanagement aussehen könnte. Auch keine Idee oder Anmerkung, wie Grenzschließungen und Reisewarnungen verhindert werden könnten. Natürlich waren auch Migration und Ausländer wieder Wahlkampfthemen. Möglicherweise hat gerade die Bundeshauptstadt im Bereich Zuwanderung und Integration eine ganz besondere Herausforderung. Es ist jedoch weder fair noch der Sache dienlich, dass bis auf einige Anmerkungen kein Kandidat bereit war, auch positive Aspekte oder über Mehrwert der Zuwanderung zu sprechen. Mit voller Absicht wurden wieder die hier bestehenden Vorurteile und Ressentiments bedient und das Thema mit Blick auf Stimmenmaximierung negativ verstärkt. Die Wiener Wahl möge zwar von lokaler Bedeutung sein, jedoch nehmen die zur Wahl stehenden Kandidaten Einfluss auf die Bundespolitik und tragen somit auch Verantwortung für die politische Stimmung im gesamten Land. Es ist sehr enttäuschend und unglaublich frustrierend, dass die Wahlwerber keine Antworten auf Zukunftsfragen haben und nur negativ und abwertend über Land und Menschen reden.
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