Das freie Wort

Unmenschlichkeit

Europa versagt anscheinend immer wieder, in allen möglichen Richtungen. 4000 hilflose, hungernde, unschuldige, schwache und verlassene Kinder schauen uns durch ihre meistens schönen Augen – fehlt noch vorwurfsvoll – an. Es kann sich doch nur um Waisenkinder handeln. Von ihren Eltern oder Verwandten wird man sie doch nicht trennen? Alle, aber auch alle Menschen verhalten sich von Geburt an genauso und nicht anders. Das wird häufig vergessen. Beim Anblick eines Babys erwacht sofort, egal, ob bei Mann oder Frau, der Beschützerinstinkt, sonst wäre die Menschheit schon längst ausgestorben. Gibt es nicht genügend Parallelen in der Tierwelt? Die Weiterentwicklung eines Menschenlebens verläuft, wie wir wissen, total unterschiedlich. Wenn es sich hier um 4000 Waisenkinder handelt, die in erster Linie in Heimen aufwachsen müssen, leidet, wenn sie bereits eigene Gedanken entwickeln können, sehr häufig ihre Seele, aber sie wissen es noch nicht. Nur Gutes kann daraus nicht entstehen. Menschen, egal, aus welchem Milieu, können alles erdenklich Schlechte oder eben auch Gute werden! Leider schaltet sich der Hausverstand bei der Vermehrung der Menschheit nicht ein. Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als weiter Platz für Menschen zu schaffen, die nicht nur untergebracht, sondern auch ernährt werden müssen. Und das weltweit! Über die Entdeckung der Unmenschlichkeit zu schreiben kann nicht nur Österreich betreffen.

Nadia David, Wien

Erschienen am Sa, 19.9.2020

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