Das freie Wort

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Kurz!

Wir sind Mütter und Großmütter, die sich zusammengetan haben, um sich für den Erhalt unserer schönen Erde einzusetzen. Dabei geht es um das Thema Klimaschutz und um das Recht von Kindern, unbeschwert aufzuwachsen und sich geborgen zu fühlen in dieser Welt. Ein Zustand, den die Kinder von Moria nicht kennen. Als Mütter und Großmütter tut es uns im Herzen weh, wenn wir Sie reden hören über die Kinder von Moria. Wir verstehen Ihre Argumente grundsätzlich, aber dass Sie nicht einmal ein paar Kinder aufnehmen wollen, das nimmt Ihnen Ihre Würde, Ihre Größe, Ihre Glaubhaftigkeit. Während der ganzen Corona-Krise zeigten Sie sich als Mann, der flexibel ist und sich auf neue Situationen schnell einstellen kann. Hier braucht es auch Flexibilität und das Einstellen auf das Leben, nicht das Herunterbeten bekannter Argumente. Dass eine Handvoll Kinder, von Österreich aufgenommen, Hunderte von Schleppern auf den Plan ruft, klingt unglaubwürdig. Außerdem sind die Brände in den Lagern auf das Versagen der EU in ihrem Asyl- und Rückführ-Management zurückzuführen. Dafür sollen die Kinder büßen? Den Kindern ist es egal, ob die Länder, die sie aufnehmen, „Symbolpolitik“ betreiben. Für sie ist es Realität. Für sie bedeutet es den grundlegenden Unterschied, ob sie sich endgültig in die Hoffnungslosigkeit zurückziehen oder ob sie ein menschenwürdiges Leben erwarten können – wie es ihnen laut Menschenrechtskonvention zusteht! Wer anderen die Würde nimmt, verliert sie selbst. Bleiben Sie ein würdiger Bundeskanzler. Werden Sie bitte nicht zu einem „Hart, aber leider nicht herzlich“- Kanzler. Wir fordern Sie auf, jetzt Größe und Menschlichkeit zu zeigen. Wir fordern Sie auf, jetzt Kinder aus Moria in Österreich aufzunehmen. In großer Sorge um die Zu-kunft dieser Kinder und mit hoffnungsvollen und herzlichen Grüßen.

Omas for Future Steiermark, Christine Weiss, per E-Mail

Erschienen am Do, 17.9.2020

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