Das freie Wort

Konstruktionsfehler

Die öffentlich bekanntgemachten Maßnahmen zu den einzelnen Corona-Ampelstufen sind für mich Normalbürger recht gut nachvollziehbar. Die Konstrukteure der Ampel haben aber einen fundamentalen Fehler gemacht. Die grüne Farbe mit den Grundverhaltensregeln (Abstand halten, häufiges Händewaschen bzw. -desinfizieren, MN-Schutz in Apotheken, bei Ärzten etc. tragen) gleichzusetzen ist Unsinn! Grün signalisiert in Österreich seit fast 100 Jahren freie Fahrt, freie Bewegungsmöglichkeiten. Zusätzlich zu grün, irgendwelche Einschränkungen zu verordnen, macht den Sinn des Ampellichtes zunichte. So wird das Ampelsystem als Ganzes unverständlich. Richtig wäre es, solange noch keine Impfung oder ähnliche Behandlungsmöglichkeiten gegen Covid-19 zur Verfügung stehen, die Grundfarbe für alle Bezirke auf gelb zu setzen. Jede andere Farbe kann dann wie vorgesehen eine entsprechend gesteigerte Variante an Maßnahmen bedeuten. Grün aber muss grün bleiben und darf nicht mit einer „neuen Normalität“ verbunden werden. Grün könnte ein Bezirk z. B. dann werden, wenn er eine empirisch nachgewiesene ausreichende Durchseuchung bzw. entsprechend hohe Impfquote aufweist, sodass der Herdenschutz gegeben wäre.

Hubert Herzog, Eugendorf

Erschienen am Di, 15.9.2020

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