Das freie Wort

„Die Entdeckung der Unmenschlichkeit“

Ihr Artikel „Die Entdeckung der Unmenschlichkeit“ mit ihrem Appell an Sebastian Kurz und die Bundesregierung hat mich dazu bewogen, Ihnen persönlich zu schreiben. Zunächst ist festzuhalten, dass das Leid in Moria groß ist und Zigtausende Menschen dort unverschuldet obdachlos geworden sind. Der Ruf nach Hilfe durch Aufnahme einiger weniger Flüchtlinge ist emotional betrachtet nachvollziehbar. Wenn man jedoch länger darüber nachdenkt, ist der Zugang von Kanzler Kurz der einzig richtige und nachhaltige. Das Leid ist nicht nur in Moria, sondern an vielen Orten der Welt groß. Die humanistische Verantwortung Europas und Österreichs ist es, dieses Leid möglichst zu verringern. Am effektivsten geschieht dies erwiesenermaßen durch Hilfe vor Ort. Die einmalige Aufnahme einiger weniger Flüchtlinge ist letztendlich nichts anderes als Symbolpolitik, um ein vermeintlich schlechtes Gewissen vor den Medien zu beruhigen. Die einzig nachhaltige und aus meiner Sicht richtige Hilfe ist, wie von Sebastian Kurz propagiert, einerseits Unterstützung vor Ort und andererseits das Eintreten für eine faire und nachhaltige Flüchtlings- und Migrationspolitik auf EU-Ebene. Langfristig und gesamtheitlich betrachtet, ist das die deutlich menschlichere und vor allem ehrlichere Politik.

Mag. Luca Schröck, per E-Mail

Erschienen am Di, 15.9.2020

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