Das freie Wort

So nicht, Herr Zuckerberg!

Der US-Präsident Donald Trump sorgt durch sein Auftreten und seine Wortspenden in der digitalen und in der realen Welt regelmäßig für Unmut und Aufregung. Diesmal geht es um seine eindeutig unmissverständlichen Aussagen im Zusammenhang mit den Ausschreitungen in Minneapolis. Von Twitter wurde das Ganze verständlicherweise mit dem Warnhinweis der Gewaltverherrlichung versehen. Erschreckend, dass Facebook-Chef Mark Zuckerberg offenbar kein Problem damit hat. Herr Zuckerberg, Sie verwechseln offensichtlich Unruhen und gewaltverherrlichende Aussagen mit einem Fußballspiel! Wie sonst ist Ihre Äußerung zu erklären, dass sich Facebook nicht als Schiedsrichter aufspielen soll? In der Corona-Zeit hat Ihre Internetplattform bis jetzt positiv überrascht: Verschwörungstheorien, Hasspostings und Aufrufe zur Gewalt rascher entfernt, als in den Jahren zuvor. Und jetzt das? Kein Wunder, dass sogar Mitarbeiter von Ihnen damit ein Problem haben! Anscheinend messen Sie mit zweierlei Maß. Macht es denn einen Unterschied, wer gewaltverherrlichendes Verhalten an den Tag legt und auch im Internet verbreitet? Darf sich ein Trump etwa Ihrer Meinung alles erlauben? Ihnen, Herr Zuckerberg, ist offensichtlich nicht bewusst, was Trump damit anrichtet. Und Ihnen scheint auch nicht bewusst zu sein, dass Sie mit einem derartigen Verhalten selbst für zusätzliche Unruhe und Gewalt sorgen. Wollen Sie etwa ernsthaft wegen einem wie Trump sämtliche Grundsätze opfern und wie er zu einem traurigen Teil amerikanischer Geschichte werden? So hätte ich Sie bis jetzt wirklich nicht eingeschätzt!

Christian Stafflinger, Linz

Erschienen am Fr, 5.6.2020

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