Einige Gedanken zum Nationalfeiertag: Es gibt Politiker, die verwechseln Patriotismus mit Nationalsozialismus und sprechen dann einfach vom Nationalismus, den sie nicht wollen und daher bekämpfen, weil sie angeblich „glühende Europäer“ sind! Das sieht aus, als ob sie sich für ein österreichisches Nationalgefühl schämen würden. Den Nationalsozialismus wollen wir alle nicht und bekämpfen ihn auch zu Recht, aber unser österreichisches Volk (lat. natio) wollen wir wenigstens an einem Tag im Jahr – nämlich am Nationalfeiertag – feiern dürfen. Dieser Tag ist zum Gedenken an den Beschluss unserer immerwährenden Neutralität hervorgegangen (zunächst „Tag der Fahne“, später „Nationalfeiertag“, Erinnerung an den endgültigen Abzug der Besatzungssoldaten usw.). Gerade diese Neutralität ist vielen Protagonisten unserer derzeitigen Politikergeneration nicht mehr gut genug (NATO-Annäherung!), weil sie einfach keinen Bezug haben zum Kampf der Nachkriegspolitiker (Raab, Schärf, Figl, Kreisky) um den Staatsvertrag und um die dazugehörige Neutralität unseres Vaterlandes. Die derzeitigen Akteure sind alle vielfach weit nach diesem Datum (15. 5. 1955 und 26. 10. 1955) geboren und „Geschichte dürften sie wohl auch nicht gelernt haben“ (Zitat: Kreisky)! Gerade der Nationalfeiertag sollte uns erinnern, dass Österreich als eigener Staat – nämlich als Zweite Republik Österreich – wiedererstanden ist, nachdem es von 1938 bis 1945 „ausgelöscht“ und im Deutschen Reich integriert war. Viele Österreicher fühlen sich auch heute noch als ein eigener neutraler Nationalstaat und nicht als eine EU-Region der „Vereinigten Staaten von Europa“! Ein Jahr nach dem „Neutralitätsgesetz“ sollte unsere Angst aus der Besatzungszeit wieder aufleben, denn der Ungarnaufstand und vor allem dessen Niederschlagung durch sowjetische Panzer hat uns wieder das Fürchten gelehrt. Zumal eine mögliche Verfolgung von Ungarnflüchtlingen durch Sowjettruppen eine zusätzliche Gefahr darstellte. Zu frisch war noch die Erinnerung an die sowjetische Besatzungszeit, vor allem im Osten Österreichs. Und noch ein Gedanke: Mit der Abstimmung zum EU-Beitritt Österreichs haben wir weder die Neutralität noch unsere Souveränität aufgegeben! Liebe junge Leser, aber auch liebe junge Politiker, wenn ihr diese Zeit auch nicht bewusst miterlebt habt, glaubt uns etwas Älteren und verspielt niemals diese schwer erkämpfte Freiheit! Wir Österreicher müssen nicht überall „mitlaufen“ und unseren „Kren“ dazugeben. Bitte, spielt nicht mit dem Feuer! Sanktionen gegen Russland stehen uns nicht zu – auch wenn sie von den USA via EU befohlen wurden – und sollten daher ehestens „beendet“ werden!
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