15 Prozent. Die SPÖ zerfleischt sich seit Wochen vor laufender Kamera, und nach stundenlangem Krisengipfel im Fünf-Stern-Hotel steht fest: Es ändert sich nichts. Babler ist nicht mehr gut genug, um die Partei zu führen, aber gut genug, um weiter ein Ministerium zu leiten. Marterbauer wird Vizekanzler, aber erst im Jänner. Wer Parteichef wird, weiß niemand. Bis dahin regieren zwei Aufpasser einen Chef auf Abruf. Das ist keine Lösung. Das ist Konkursverschleppung. Jeder Unternehmer weiß: Entweder ich vertraue meinem Geschäftsführer, dann lasse ich ihn arbeiten. Oder ich vertraue ihm nicht, dann trenne ich mich von ihm. Ihn halb abzusetzen, ihm Aufpasser vor die Nase zu setzen und ihn drei Monate weiterwursteln zu lassen, das macht niemand, der bei Verstand ist. Die SPÖ macht es. Draußen zahlen die Leute Rekordmieten, Betriebe sperren zu, die Industrie wandert ab. Drinnen tauscht die Parteispitze die Gesichter aus und behält den Kurs. Neues Personal, alte Rezepte, gleiche Umfragewerte. Die SPÖ hat kein Personalproblem. Sie hat ein Realitätsproblem. Und solange sie das nicht begreift, kann sie die Spitze noch zehnmal austauschen. Am Ergebnis wird das nichts ändern.
Heidi Schönmüller, Klagenfurt
Erschienen am Di, 6.10.2026
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