Ich möchte zu Beginn feststellen, ich bin kein Freund der Sozialdemokratie, und diese Zeilen schreibe ich als Arzt, nicht als wahlberechtigter Bürger. Wenn man es in der SPÖ aufgrund der tiefen Gräben zwischen den einzelnen Gruppen aus Machtgier und Versessenheit auf Positionen und Funktionen tatsächlich wagt, einen schwer kranken Menschen in eine extrem fordernde Position und Funktionsverantwortung zu „zwingen“, so ist dieses Handeln einfach unmenschlich, als Arzt für mich fatal. In meinen Augen ist es schon fast fahrlässig, dass jemand mit einer so schweren Erkrankung und unter Chemotherapie stehend, seine Funktion als Finanzminister aufrechterhält und der Partei und der Republik zur Verfügung steht. Diesen Menschen die Chance auf eine ungestörte, eventuelle Genesung einer malignen Erkrankung dadurch zu nehmen, indem man ihn aus parteitaktischen Gründen in Funktionen zwingt, die ihn körperlich, menschlich und emotional extrem fordern werden, und damit den Heilungsprozess extrem gefährdet, ist beispiellos negativ. Eigentlich für mich als Arzt abscheulich. Ich bin der Meinung, es sollten sich alle Leute genieren, die diesen Mann, der überdies seiner Frau versprochen hat, nach dieser Legislaturperiode seine politischen Funktionen zu beenden, solchem Druck auszusetzen, all diese Menschen riskieren, was sie kaum abschätzen können – das Leben eines Parteigenossen.
Dr. Thomas Heinz, per E-Mail
Erschienen am Di, 6.10.2026
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