Dass der großartige Startenor Plácido Domingo wegen bisher in keiner Weise bestätigter Missbrauchsvorwürfe von Damen, die sich nach 30 Jahren erst damit an die Öffentlichkeit wagen (warum eigentlich?), von diversen Veranstaltungen wieder ausgeladen bzw. zu diesen nicht eingeladen wird, leider auch vom Chef der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer, ist für mich ein unglaublicher Skandal. Nicht nur, dass diese Vorwürfe erst nach Jahrzehnten nicht sehr glaubhaft vorgebracht werden, gibt es bis dato keine offizielle Bestätigung irgendeiner Schuld Domingos. Es gibt auch keine rechtliche Verurteilung und damit auch keinerlei Beweise für diese Anpatzerei eines Weltstars. Ihn mit solchen Aktionen quasi vorzuverurteilen, zeigt eine sehr begrenzte Intellektualität der dafür verantwortlichen Personen und auch eine sehr zweifelhafte Moral. Karrieren aufgrund von Missgunst und Intrigen in Gefahr zu bringen oder gar zu vernichten, sollte in einem zivilisierten Land nicht möglich sein. Aber anscheinend ist es bei uns noch nicht so weit. Und die, die immer und überall grenzenlose Toleranz fordern, sind beim Intrigieren besonders eifrig.
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