Politischer Druck?
Moskauer Boulevardblatt stellt Erscheinen ein
Die Zeitung arbeite defizitär, sagte ein Mitarbeiter nach Angaben der Agentur Interfax zur Begründung. "Moskowskij Korrespondent" hatte erstmals vor einer Woche unter Berufung auf Informanten berichtet, Putin (55) habe sich heimlich von seiner Frau Ljudmila scheiden lassen und werde im Juni die 31 Jahre jüngere Olympiasiegerin in Sportgymnastik, Alina Kabajewa (24) heiraten.
Putin dementierte dies bei einem Besuch in Italien am Freitag mit den Worten, davon sei nichts wahr. Auch Kabajewa, die für die Kremlpartei Geeintes Russland seit kurzem in der Staatsduma sitzt, dementierte die Berichte. In den Berichten der russischen Staatsagenturen wurde auch am Freitag der Name Kabajewa nicht verwendet. Grund dafür sei eine Anweisung "von oben", wie in den Redaktionen bestätigt wurde.
Tabubruch in Russland
Die Meldung von der "Hochzeit des Jahrhunderts", so die Überschrift in "Moskowskij Korrespondent", war von allen anderen Medien des Landes über Tage ignoriert worden. Es ist in der russischen Medienlandschaft ein ungeschriebenes Gesetz, dass über das Privatleben der Präsidentenfamilie nicht ohne Zustimmung des Kremls berichtet werden darf. Deshalb wird bis heute spekuliert, weshalb die Boulevardzeitung diesen in der Ära Putin einmaligen Tabubruch wenige Wochen vor der Amtsübergabe von Putin an den gewählten Nachfolger Dmitri Medwedew wagte.
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