Vorgeschmack

Ein erster Blick auf “GTA IV”

Spiele
09.04.2008 14:31
Wenn die Damen und Herren von Take 2 aus dem fernen Deutschland in das schöne Wien reisen, dann haben sie meistens ein paar nette Spiele im Gepäck. So auch am Dienstag, als sich das Hauptaugenmerk der anwesenden Journalisten allerdings nicht auf das schmuck aussehende und formidabel spielbare "Top Spin 3", sondern auf einen ganz bestimmten Titel richtete: "GTA IV". krone.at konnte einen ersten Blick auf die sehnsüchtig erwartete Fortsetzung des populären Franchise aus dem Hause Rockstar werfen.

Viel wurde in den vergangenen Wochen darüber spekuliert, was die Macher beim Sprung von GTA III zu GTA IV auf die Next-Gen-Konsolen verbessern und anders machen würden - schließlich hatte man die gierige Fan-Meute bislang nur mit einigen wenigen Screenshots und einer handvoll Trailer, die allerdings kein Ingame-Material zeigten, abgespeist. Die naheliegendste Vermutung also war, dass GTA IV vor allem schöner und auch größer ausfallen würde.

Letzteres ist allerdings nicht geschehen. Das Areal des Spiels ist immer noch gewaltig, fällt allerdings deutlich "kompakter" aus, wie es die Herren von Rockstar nennen. Soll heißen: mehr Action pro Quadratmeter. Hinzukommt, dass die im Laufe des Spiels freispielbaren Bezirke Liberty Islands, die noch deutlicher an die Five Boroughs New Yorks angelehnt wurden, in der Vertikalen erkundbar sind - von den Metro-Schächten bis zu den Dächern der Wolkenkratzer. Einige Gebäude, allerdings nicht alle, sind zu diesem Zweck frei begehbar, alternativ gelangt man jedoch auch fliegenderweise aufs Dach.

GTA IV stellt dem Spieler nämlich wieder einen beträchtlichen Fuhrpark zur Verfügung: Hubschrauber, Boote, Motorräder und jede Menge Autos können in typischer GTA-Manier "ausgeborgt" werden (wer es weniger kriminell mag, kann nun auch auf Taxis zurückgreifen) und laden anschließend zu einer Spritztour durch das nun deutlich realistischer und somit auch dreckiger und düsterer aussehende Liberty City ein. Die Begleitmusik kommt dabei natürlich nicht zu kurz - insgesamt 18 Radiostationen unterschiedlichster Genres kann man beim Cruisen lauschen. Hörproben gibt es auf der Website (siehe Infobox).

Beim Fahren profitiert man nun von einer verbesserten Kartenfunktion: Jedes Auto verfügt über ein integriertes Navi, das die Route stets neu berechnet. Ein Verfahren oder das ständige Aufrufen der Map, um sich zurechtzufinden, ist somit nicht mehr notwendig. Wird man beim Autoklau übrigens erwischt, so kommt ein neues Fahndungssystem zum Tragen. Im Prinzip gilt es dabei einem auf der Minimap eingezeichnetem Fahndungsbereich zu entkommen und anschließend einige Sekunden lang nicht von den Cops entdeckt zu werden.

Sollte es zur Konfrontation mit Letzteren oder den zahlreichen Widersachern in GTA IV kommen, so greift der erst kürzlich in die USA immigrierte Hauptcharakter Niko Bellic auf ein umfangreiches Waffenarsenal zurück - vom Baseballschläger bis zur Panzerfaust ist wieder alles vorhanden. Da die Gegner jedoch meist nicht minder ausgestattet sind, kann Niko nun hinter Gegenständen Deckung suchen und notfalls auch blind aus dieser herausschießen. Scheitert das Vorhaben, ist dies nun nicht mehr ganz so tragisch: Nach jeder erfolgreich absolvierten Mission speichert das Spiel automatisch.

Doch es dreht sich nicht alles um Gewalt in GTA IV, auch das Zwischenmenschliche hat diesmal einen höheren Stellenwert. Durch diverse Freizeitaktivitäten wie Saufen, Essen gehen oder Bowlen mit Freunden steigt Nikos Ansehen bei diesen. Wer öfter nett ist, bekommt vielleicht den einen oder anderen Gefallen erledigt. Wer Einladungen hingegen ausschlägt, wird es in manchen Situationen vielleicht etwas schwerer haben.

Abschließend noch ein paar Worte zur Grafik: Neben der hauseigenen RAGE-Engine setzt Rockstar bei GTA IV nun auch auf die neue und speziell auf Animationen der Charaktere ausgelegte Euphoria-Engine. Diese lässt Niko im Vollrausch nicht nur herrlich durch die Gegend torkeln, sondern zeigt auch, wie der Held versucht, sich an ihn umgebenden Gegenständen abzustützen, um auf den Füßen stehen zu bleiben. Die dynamischen Tag- und Nachtwechsel sind natürlich wieder mit an Bord und tauchen Liberty City zu jeder Zeit in ein anderes Licht. Zusätzlich untermalt wird die stimmige Kulisse neben den bereits erwähnten Radioklängen wieder mit jeder Menge amüsanter Gangster-Dialoge und wuchtigen Knarren-Sounds.

Fazit: Es sind keine massiven, aber viele kleine Änderungen, die "GTA IV" der rund zweistündigen Präsentation zufolge nun noch realistischer, einfacher spielbar und letzten Endes fesselnder machen. Am beeindruckendsten ist nach wie vor die große und fast schon real wirkende Spielwelt, die zu Lande, zu Wasser und in der Luft erkundet werden will (auf Wunsch auch mit bis zu 16 Spielern in einem Multiplayer-Modus). Bleibt nur noch abzuwarten, ob sich der Titel auch so grandios spielt, wie er aussieht. Am 29. April wissen wir mehr...

Sebastian Räuchle

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