Grund für Kratos' erneuten Schlachtzug ist diesmal die Gefangennahme des Sonnengottes Helios in der Unterwelt: Mit seiner Entführung sitzt das Volk der Hellenen plötzlich im Dunkeln, finstere Schatten und Chaos drohen das Land in den Untergang zu stürzen. Auch wenn es sich bei "Chains of Olympus" streng genommen um ein Prequel zu den bereits vorhandenen PS2-Titeln handelt, die Konsequenz ist letzten Endes dieselbe: Kratos wetzt die Klingen und zieht in alter Hack'n'Slay-Manier durch die Landen.
Kenner der Serie werden sich daher trotz Portierung auf die kleinere Playstation umgehend zurechtfinden: Kratos verfügt anfangs über zwei Angriffsarten (schnell, aber vergleichsweise harmlos, oder langsam, aber effektiv), erlernt mit zunehmenden Blutvergießen - sprich: steigender Erfahrung - jedoch bald äußerst wirksame Kombo-Attacken. Als Spross göttlicher Herkunft kann Kratos zudem auf einen an einer Mana-Leiste zehrenden Magie-Angriff zurückgreifen.
Das hat der Gute auch bitter nötig, denn schließlich hält die griechische Mythologie eine Vielzahl abscheulicher Bestien für ihn bereit. Zentauren, Minotauren und immer wieder die für die Serie bekannten Boss-Gegner trachten nach dem Leben des Spartaners. Diese spektakulären Kämpfe gegen die übermächtigen Monster sind es dann auch, bei denen eine weitere Stärke des Titels zum Vorschein kommt: Quick-Time-Events. Immer wieder wird der Spieler aufgefordert, zur rechten Zeit das rechte Knöpfen zu drücken, am Analog-Stick zu rütteln oder mit den Schultertasten um die Wette zu klappern. Die Gefechte gestalten sich dadurch abwechslungsreich und gewinnen an Intensität.
Neben all der blutigen Metzelei war "God of War" aber bislang auch für seine Rätsel bekannt. "Chains of Olympus" macht da keine Ausnahme und setzt diese Tradition fort, allerdings nicht im gleichen Ausmaß wie bei den PS2-Versionen. Dennoch reichen die vergleichsweise wenigen Schalterrätsel und andere Denkaufgaben aus, um die Gehirnzellen zu fordern und dem Spiel eine zusätzliche Note – und nicht zuletzt auch Tiefgang - zu verleihen.
In technischer Hinsicht kann man dem Titel gleich gar nichts ankreiden: Die Macher der "Ready at Dawn"-Studios ("Daxter") servieren dem Spieler ein absolut flüssiges Gameplay, das fast zur Gänze ohne Ladepausen auskommt und bei dem selbst die fixe Kamera stets die richtige Perspektive zu erwischen scheint. Gespickt wird das Ganze mit atmosphärischer Musik, einer guten Soundkulisse sowie einer sauberen, deutschen Synchronisierung.
Fazit: Natürlich könnte man "God of War: Chains of Olympus" zum Vorwurf machen, dass es inhaltlich nichts Neues zu bieten hat. Aber es handelt sich nunmal nicht um eine Fortsetzung für die PS2, sondern um das Debüt des Franchise für die PSP. Und Besitzer einer solchen werden von den neuen Abenteuern des Anti-Helden sicher nicht enttäuscht werden: Eine spannend erzählte Geschichte, eine technisch nahezu perfekte Präsentation sowie ein gelungener Mix aus Action- und Rätsel-Kost sorgen für gelungene Unterhaltung. Schade nur - und das ist neben einem fehlenden Multiplayer-Modus die einzige Kritik -, dass der Titel nach wenigen Stunden ein allzu frühes Ende nimmt.
Plattform: PSP
Publisher: Sony
Krone.at-Wertung: 90%
von
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