Gar nicht arrogant

US-Atombehörde lehnt Antrag nach 32 Jahren ab

Ausland
02.04.2008 15:46
Mehr als 32 Jahre hat sich die US-Atomregulierungsbehörde NRC in den USA Zeit gelassen, um auf einen Antrag der atomkritischen Organisation „New England Coalition“ zu reagieren - und zwar mit einer Ablehnung. Die Coalition hatte die Bundesbehörde aufgefordert, bei der Überprüfung des 1972 eröffneten Atomkraftwerks Vermont Yankee die gesamten Auswirkungen der Atomenergie zu berücksichtigen, also etwa auch den Uranabbau und die Entsorgung des radioaktiven Mülls.

Die Coalition reichte ihre Petition am 19. November 1975 ein. Darin erklärte sie, die Behörde unterschätze die Auswirkungen der Atomenergie auf die menschliche Sicherheit und Gesundheit deutlich, indem sie die Langzeiteffekte bestimmter radioaktiver Materialien wie Radon nicht beachte. 

Keine Sicherheitsrelevanz
NRC-Sprecher Neal Sheehan sagte, die Behörde habe zwar einzelne Aspekte der Petition in anderen Zusammenhängen aufgegriffen. Doch erst als sie in den vergangenen zwei Jahren eine Reihe von Anträgen für neue Atomkraftwerke bearbeitete, habe man sich direkt mit den Bedenken der Coalition befasst. Die NRC habe den Antrag am 11. März formell abgelehnt, da sie im Zusammenhang mit Radon keine hohe Sicherheitsrelevanz erkenne.

„Konsequent falsch gelegen“
Raymond Shadis, technischer Berater der Coalition, sagte dazu, das Wissen über Radon habe in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen. Heute gebe es noch mehr Grund zur Besorgnis als 1975. „Zumindest ist die NRC wenn auch nicht schnell, dann doch konsequent“, sagte Shadis. „Sie lagen damals falsch, und nachdem sie 32 Jahre darüber geschlafen haben, liegen sie immer noch falsch.“ Radon löst unter anderem Lungenkrebs aus.

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