Diagonale 2008

Graz wird zur Filmhauptstadt

Steiermark
31.03.2008 15:07
Die Diagonale sorgt ab kommenden Dienstag wieder für ein pralles Filmvergnügen (im Bild Dieter Berners "Berliner Reigen"): Immerhin 122 Vorstellungen mit insgesamt 151 Beiträgen locken bis Sonntag in fünf Festival-Kinos. Diese Werkschau des österreichischen Films, angereichert mit Specials und Zusatzprogrammen, setzt schon im Vorfeld markante Zeichen.

Viele Geschäftsauslagen sind mit Diagonale-Attributen dekoriert (schließlich gibt es einen Wettbewerb), die Fahnen sind unübersehbar und im Kino entkommt man dem von Manuel Knapp geschaffenen Trailer "stroboscopic noise - fragment" schon seit geraumer Zeit nicht. Der ist übrigens auch auf der Kunsthaus-Fassade zu sehen. Das Kunsthaus selbst hat sich zu einem beachtlichen Teil in das Diagonale-Festivalzentrum verwandelt - dort bekommt man alle Informationen, kann Karten reservieren und ab 2. April auch an diversen Diskussionen und Veranstaltungen teilnehmen. 

Buntes Diagonale-Programm
Das Programm der Diagonale 2008 ist ein buntes: Zum letzten Mal hat Intendantin Birgit Flos Hand angelegt, im kommenden Jahr übernimmt Barbara Pichler die Agenden. Und Flos bringt noch einmal einen breiten Querschnitt durch das österreichische Filmschaffen. Renner wie "Falco - Verdammt, wir leben noch!" sind ebenso zu finden wie ein Special, das sich mit dem in die Sowjetunion emigrierten österreichischen Regisseur Gerbert Rappaport auseinander setzt. Natürlich ist auch der Oscar-prämierte Rusowitzky-Film "Die Fälscher" zu sehen, obwohl die Diagonale-Jury dessen Preis-Qualitäten im vergangenen Jahr (in dem er offiziell im Programm war) ja noch nicht so gesehen hat. 

Liebe, Arbeit, Kino
Ganz besonders liegt Flos der Programmschwerpunkt "Liebe, Arbeit, Kino" am Herzen. Sie möchte damit eine Anleitung bieten, wie man Filme sehen soll, und zum Kino verführen. Der ambitionierte Cineast hat in dieser Woche jedenfalls die Qual der Wahl, so viele österreichische Produktionen in so kurzer Zeit gibt es eben nur im Rahmen der Diagonale. Und dass darunter - besonders in den Kurz- und Experimentalfilm-Programmen - spannende Entdeckungen möglich sind, hat sich längst herumgesprochen. Kein Wunder also, dass man sich rechtzeitig um die begehrten Karten kümmern sollte. 

Eines ist die Diagonale 2008 aber bestimmt wieder: Ein spannender, ästhetischer, manchmal brutaler und deprimierender Spiegel für unsere Gesellschaft. Hingehen lohnt sich!

von Michaela Reichart, Steirerkrone

Bild: Diagonale (HFF/Kino-kabinet/Aichholzer Film)

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