Visionär tot
Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke gestorben
Clarke hinterlässt noch einen neuen Roman, den er zusammen mit Frederik Pohl verfasst hat. Erst kürzlich habe der Autor das fertige Manuskript dieses Buchs mit dem Titel "The Last Theorem" durchgesehen, teilte das Büro Clarkes mit. Der Roman soll im Laufe dieses Jahres erscheinen. Insgesamt verfasste Clarke mehr als 100 Bücher über die Wissenschaft, den Weltraum und die Zukunft. Neben Science-Fiction-Romanen hat er auch Reisebeschreibungen und Sachbücher veröffentlicht.
Fasziniert war Clarke aber schon in seiner Jugend von Science-Fiction. Geboren am 16. Dezember 1917 in der westenglischen Ortschaft Minehead, geriet er schon als junger Bub in den Bann der Hefte mit dem Titel "Amazing Stories", die er sich im Kaufhaus kaufte. Dann entdeckte er H.G. Wells und Olaf Stapledon und begann bereits als Jugendlicher, für das Schulmagazin zu schreiben.
Seiner Zeit voraus
Als Angestellter bei der staatlichen Rechnungsprüfungskammer in London trat er der Britischen Interplanetarischen Gesellschaft bei und schrieb seine ersten Kurzgeschichten über das große Thema Raumfahrt. Daneben studierte er Physik und Mathematik am King's College in London und lernte bei der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg ein neuartiges Blindlandesystem kennen. In einem Memo für die Royal Airforce schrieb er 1945 über die Zukunft der Kommunikation mit Hilfe von Satelliten - eine Vorstellung, die ihrer Zeit voraus war.
Anfang der 50er Jahre nahm Clarke in seinem Roman "Aufbruch zu den Sternen" den ersten bemannten Mondflug vorweg. Auch seine anderen Bücher, die für ihre wissenschaftliche Genauigkeit gelobt wurden, entwickelten sich zu Bestsellern. Der Weltruhm kam allerdings erst mit Stanley Kubrick, der 1968 einen seiner Romane verfilmte. Clarke verfasste das Drehbuch zu "2001: Odyssee im Weltraum" und überwachte die technische Umsetzung des Films.
Düstere Zukunftsprognosen
In den letzten Jahren widmete er sich in seinen Büchern dem
Schicksal der Menschen im Zeitalter der Raumfahrt. Allerdings war er wenig optimistisch und erklärte, die Welt dürfte in wenigen Jahrzehnten unbewohnbar sein. In seinem Roman "3001: Die letzte Odyssee" aus dem Jahr 1998 hat menschliche Intelligenz nur im Weltraum überlebt, während auf der durch Klimakatastrophen zerstörten Welt nur noch einige primitive Lebewesen zu finden sind.
Neben seiner literarischen Tätigkeit arbeitete Clarke für ein nach ihm benanntes Zentrum für Moderne Technologie in der Nähe von Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas. Dort lebte der Schriftsteller seit den 60er Jahren.
DNA-Probe ins All geschickt
In einem Interview der Nachrichtenagentur AP sagte Clarke einmal, er habe es nie bedauert, dass er nicht selbst in den Weltraum gereist sei. Schließlich habe er veranlasst, dass eine DNA-Probe von seinem Haar ins All geschickt worden sei. "Eines Tages könnte irgendeine Super-Zivilisation dieses Relikt einer verschwundenen Spezies entdecke, und ich könnte dann in einer weiteren Zeit leben."







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