Flüchtlingsdrama

Familie in den Schweizer Bergen gerettet

Ausland
22.01.2008 08:03
Flüchtlingsdrama in den Schweizer Bergen: Bereits am Sonntag sind eine 47-jährige Ukrainerin und ihre fünf Kinder im Tessin aus Bergnot und damit vor dem Erfrieren gerettet worden. Dem jüngsten Kind, einem neunjährigen Buben, droht die Amputation beider Füße. Der Kleine wird derzeit im Kinderkrankenhaus Zürich behandelt.

Die Familie war am Sonntag gegen 17.00 Uhr unterhalb des 1.620 Meter hohen Gipfels des Monte Lema gerettet worden, die Frau und ihre Kinder im Alter zwischen neun und 21 Jahren waren dem Erfrieren nahe. Eine weitere Nacht im Freien hätten sie vermutlich nicht überlebt, sagte Rettungskräfte. Sie hatten weder feste Schuhe noch Winterbekleidung und waren völlig durchnässt. Die Ukrainer waren anscheinend seit Freitag im italienisch-schweizerischen Grenzgebiet herumgeirrt.

Die Tessiner Polizei geht davon aus, dass die Familie seit einiger Zeit illegal in Italien lebte. Nach ersten Erkenntnissen hatten sie zuvor in Ungarn vergeblich um Asyl angesucht. Wer oder was die Ukrainer dazu gebracht hatte, über die Grüne Grenze in den Schweiz zu kommen, um dort Asyl zu beantragen, war zunächst noch unklar. Eine Befragung wurde noch nicht durchgeführt. „Priorität hat die Gesundheit der Geretteten“, sagte Polizeisprecher Marco Bordoli.

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