10.01.2008 16:08 |

Blutiger Anschlag

22 Tote bei Selbstmordanschlag in Pakistan

Bei einem Selbstmordanschlag vor dem Obersten Gericht der pakistanischen Großstadt Lahore sind am Donnerstag mindestens 22 Menschen getötet und über 50 verletzt worden. Der Sprengsatz detonierte inmitten einer Gruppe von Polizisten, die wegen einer Kundgebung oppositioneller Anwälte vor dem Gerichtsgebäude stationiert war.

Etwa eine Viertelstunde vor Beginn der von Anwälten geplanten Kundgebung vor dem Obersten Gericht sei der Selbstmordattentäter zu einer Absperrung der Polizei gelaufen und habe sich dort in die Luft gesprengt, teilte Einsatzleiter Aftab Cheema mit. 20 Polizisten und zwei Passanten waren auf der Stelle tot.

Zahlreiche Tränengasbehälter, die von den Polizisten mitgeführt worden, wurden durch die Wucht der Detonation ausgelöst und erschwerten in den ersten Minuten nach der Explosion die Erstversorgung durch Passanten. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP berichtete, er habe Verletzte gesehen, die in einer Blutlache liegend um Hilfe gerufen hätten. Einem Mann, bei dem es sich möglicherweise um den Selbstmordattentäter handle, sei der Kopf abgerissen worden.

Die Polizei riegelte den Tatort ab und rief Schaulustige auf, sich besser ins Krankenhaus zu begeben, um Blut zu spenden, anstatt den Einsatz zu behindern.

Täter vermutlich aus Taliban-Umfeld
Staatschef Pervez Musharraf verurteilte den Anschlag und bekräftigte seine Entschlossenheit, den Kampf gegen Terrorismus und Extremismus fortzusetzen. Die Behörden vermuten, dass der Anschlag von Tätern aus dem Umkreis der Taliban und des Terrornetzwerks Al Kaida verübt wurde.

Pakistanischer Stamm will Al Kaida vertreiben
Ein pakistanischer Stamm will an der Grenze zu Afghanistan nun eine eigene Miliz gründen, um die Extremistenorganisation Al Kaida von seinem Gebiet zu vertreiben. Am Freitag werde eine Truppe von 600 Kämpfern zusammengestellt, kündigte der Stammesälteste Meetha Khan am Donnerstag bei einer Versammlung in Wana, der Hauptstadt von Süd-Waziristan, an.

Seit mehreren Jahren versuchen pakistanische Sicherheitskräfte vergeblich, ausländische Al Kaida-Kämpfer aus der Grenzregion zu vertreiben. Tausende von ihnen, darunter Araber, Tschetschenen und Usbeken, sind nach dem Sieg der US-geführten Truppen über die afghanischen Taliban 2001 in die halb-autonomen Stammesregionen Pakistans geflüchtet. Auch Al Kaida-Chef Osama bin Laden soll sich irgendwo entlang der 2.500 Kilometer langen Grenze aufhalten.

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