29.12.2007 19:34 |

Strafe verbüßt

"Australischer Taliban" aus Haft entlassen

Der als erster Guantanamo-Häftling verurteilte Australier David Hicks ist nach der Verbüßung seiner Reststrafe in seinem Heimatland aus dem Gefängnis entlassen worden. Beim Verlassen der Strafanstalt Yatala äußerte sich Hicks am Samstag nicht. Sein Vater Terry und sein Anwalt David McLeod verlasen aber eine kurze Erklärung, in der der 32-Jährige seiner Familie und seinen Freunden für deren Unterstützung dankte. Terry Hicks betonte vor Journalisten vor dem Gefängnis, gegen seinen Sohn sei kein einziger Beweis erbracht worden.

Der als "australischer Taliban" bekanntgewordene David Hicks wurde nach insgesamt mehr als sechs Jahren in Gefangenschaft, wovon er den Großteil in Einzelhaft verbrachte, auf freien Fuß gesetzt. Allerdings unterliegt er weiterhin strengen Auflagen. So gilt für ihn von Mitternacht bis in die Morgenstunden eine Ausgangssperre. Außerdem darf er Australien nicht verlassen.

Der 32-Jährige war im Mai in sein Heimatland abgeschoben worden. Das US-Militärtribunal in Guantanamo hatte ihn zuvor zu einer Gefängnisstrafe von sieben Jahren verurteilt, der größte Teil wurde jedoch ausgesetzt. Außerdem erlaubte ihm das Gericht, seine Reststrafe in seiner Heimatstadt Adelaide abzusitzen. Im Gegenzug verpflichtete er sich, sämtliche Misshandlungsvorwürfe gegen die US-Behörden fallen zu lassen.

Hicks verzichtete ferner darauf, die US-Regierung jemals auf Schadenersatz zu verklagen oder gegen das Urteil Berufung einzulegen. Auch darf er der Vereinbarung zufolge ein Jahr lang den Medien keine Interviews geben. Daran wolle er sich halten, um nicht Gefahr zu laufen, nach Guantanamo zurückgeschickt zu werden, hieß es in Hicks' Erklärung vom Samstag. Medienberichten zufolge ist der Australier durch seine Erfahrungen traumatisiert und leidet unter Agoraphobie, einer krankhaften Angst, alleine über freie Plätze oder Straßen zu gehen.

Der zum Islam konvertierte Hicks hatte zugegeben, an Terror-Lehrgängen in Lagern der Al-Kaida teilgenommen zu haben. Dabei sei er im Umgang mit Waffen und Sprengstoff sowie im Guerillakampf geschult worden. Auch habe er Osama bin Laden getroffen. Im Dezember 2001 war er auf Seiten der Taliban kämpfend von US-Truppen in Afghanistan gefangen genommen und später nach Guantanamo auf Kuba gebracht worden. Dort wurde er als erster Häftling von einem der umstrittenen Militärtribunale verurteilt.

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