Die Mokai leben im Norden in einer unwirtlichen Gegend voll Feuer und Eis. Die Asylianer hingegen fanden ihre Heimat in den Bergen des Südens. Sie glauben mit Hilfe des Lichts das Dunkel des Landes, in welches es seit den globalen Katastrophen gehüllt ist, besiegen zu können. Die Mokai fühlen sich durch die Asylianer und ihre Fortschritte bedroht und so kommt es wie es immer kommt, wenn der Neid Regie führt. Beide Völker rüsten massiv auf. Sie setzen dabei darauf ihre Lufthoheit behaupten zu können. Die Drachen und ihre Drachenreiter sind hierbei der Schlüssel zum Erfolg.
Nachdem die militärische Abschreckung lange Zeit ihren Zweck zu erfüllen scheint, verändert sich mit einem Schlag alles, als die Asylianer von den Mokai angegriffen werden. Der Krieg um die Vorherrschaft hat also begonnen. Der Spieler übernimmt dabei die Rolle des jungen Drachenreiters Rohn auf Seiten der Asylianer.
Beim ersten Start vergisst man für ein paar Momente sich auf die Steuerung der Spielfigur konzentrieren. Schuld daran ist die bombastische Grafikpracht, die auf den Fernsehbildschirm gezaubert wird. Sie gehört mit zum Schönsten was die PS3 derzeit zu bieten hat.
Nach diesen erbaulichen Momenten kommt die nächste, allerdings nicht mehr so tolle Überraschung. Die Steuerung des Drachens erfolgt ausschließlich über die Sixaxis-Funktionalität des PS3-Controllers. Von der Intention her ist es lobenswert, wenn da nicht die etwas unglückliche Umsetzung wäre. Für die Flugbewegungen des Drachens muss der Controller in die entsprechende Richtung geneigt werden. Zusätzlich kann im Fall eines Kampfes durch eine schnelle Bewegung seitwärts der Gegner gerammt werden.
Die Umstellung auf diese Art der Steuerung fällt schon schwer. Wenn diese dann auch noch ungenau umgesetzt wird, ist einiges an Geduld erforderlich, um sich erfolgreich behaupten zu können. Dies wäre alles noch verkraftbar, wenn die Programmierer wenigstens alternativ die Möglichkeit geboten hätten, den Drachen in klassischer Manier über den Analogstick steuern zu können.
Beim Kampf gegen die feindlichen Truppen steht zum einen das feuerspeiende Fluggerät zur Verfügung. Ähnlich einem Flugsimulator kann ein Gegner angelockt, wobei man irritierender weise nicht auswählen darf, welchen man ins Visier nehmen möchte, und dann mit Feuerbällen angegriffen werden. Wer lieber in den Nahkampf geht, hat dazu vielfältige Möglichkeiten. Ist man auf gleicher Höhe mit dem Gegner, steht zur Wahl ihn zu rammen, die Drachen gegeneinander kämpfen zu lassen oder auf den Drachen des Gegner zu springen und sich einen Kampf mit dessen Reiter zu liefern.
Das Missionsdesign sorgt für ausreichend Abwechslung und lässt somit keine Langweile aufkommen - die aber aufgrund des Kampfes mit der vertrackten Steuerung sowieso nicht aufkommen wird. Der orchestrale Soundtrack hingegen gehört wiederum zu den Highlights des Spiels. Zusammen mit der herausragenden Grafikpracht ergibt sich somit zumindest aus präsentationstechnischer Sicht ein exzellentes Spiel.
Fazit: "Lair" hinterlässt einen sehr zwiespältigen Eindruck. Super Grafik und ein toller Soundtrack auf der einen Seite, und eine unglaublich mühsame Steuerung auf der anderen Seite ergeben zusammen ein eher mittelmäßiges Spiel, in dem leider viel Potential verschenkt wurde.
Plattform: PS3
Publisher: Sony
Krone.at-Wertung: 78%
von Harald Kaplan
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