Mangel an Indizien

Mutmaßlicher Serienmörder bleibt auf freiem Fuß

Ausland
12.12.2007 19:15
Der in Ostfrankreich angeklagte mutmaßliche Serienmörder Nicolas Panard bleibt vorerst auf freiem Fuß. Das Berufungsgericht in Besancon wies am Mittwochabend einen Antrag der Staatsanwaltschaft auf Untersuchungshaft für den 68-Jährigen zurück. Für eine Inhaftierung gebe es keine "gravierende und übereinstimmende Indizien", sagte die Haftrichterin Therese Brunisso. Der Mann, dem der Mord an fünf Männern aus dem Homosexuellen-Milieu vorgeworfen wird, bleibe aber unter strikter Kontrolle und stehe der Justiz somit zur Verfügung.

Der Franzose war in früheren Jahren als Transvestit auch in deutschen Kabaretts aufgetreten. Nach seiner Festnahme am 28. November in seiner Wohnung im südelsässischen Mülhausen wurde gegen ihn ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Er steht im Verdacht, zwischen 1983 und 2000 in Ostfrankreich fünf Männer ermordet zu haben, was er bestreitet.

Einen Tag nach seiner Festnahme wurde er mangels ausreichender Indizien mit einer elektronischen Fußfessel nach Hause entlassen. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft vergeblich Berufung ein.

Die Vorwürfe beruhen vor allem auf den Ermittlungen eines Fahnders und eines Untersuchungsrichters in Montbeliard bei Besancon. Ihnen war aufgefallen, dass es in einer Reihe von nie aufgeklärten Mordfällen auffallende Übereinstimmungen gab: Die Opfer waren zumeist Homosexuelle, die zunächst auf den Kopf geschlagen und dann mit zahlreichen Messerstichen getötet wurden. Der Name des Beschuldigten taucht in mehreren Ermittlungsakten auf. In Fahnderkreisen war zunächst von 18 ungeklärten Mordfällen die Rede gewesen.

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