Unfreiwillig Mann
Bei OP zum Mann gemacht – Frau klagt Chirurgen
In dem beispiellosen Fall verlangt die mittlerweile 48 Jahre alte Klägerin 100.000 Euro Schmerzensgeld, da der Arzt ihr vor 30 Jahren intakte Eierstöcke und Gebärmutter ohne vorherige Aufklärung entfernt habe.
Wegen ihrer "ungewöhnlich großen Klitoris", schreibt der Kölner Stadtanzeiger, wurde die Frau nach ihrer Geburt als Bub eingeordnet und auch als solcher erzogen. Sie bekam auch Bartwuchs, etc. Bei einer Blinddarmoperation im Alter von 17 entdeckte man jedoch Eierstöcke und Gebärmutter in dem "Buben".
Jener Arzt, der Christiane bzw. ihre Eltern dann ein Jahr später zur operativen Entfernung ihrer Weiblichkeit gedrängt haben soll, soll jetzt dafür büßen, dass er nicht entsprechend über die Folgen und auch Alternativen zur unumkehrbaren Operation aufgeklärt hatte. In der Klageschrift heißt es, sie sei "Gegen ihren Willen zum Mann-Sein gezwungen worden" und man habe "Pfusch ohne Ende" an ihr begangen. Aus heutiger Sicht könnte Christiane mit entsprechenden Hormonen und etwas plastischer Chirurgie schon seit Jahren ein Leben als ganz normale Frau führen.
In der Klage heißt es weiter, der Chirurg hätte die OP sofort abbrechen müssen, als er merkte, dass die weiblichen Organe völlig intakt gewesen waren. Fest steht, dass der Arzt der bis heute offiziell als Mann deklarierten Frau verschwiegen hatte, dass sie vom Chromosomensatz her eindeutig weiblich ist.
Der Aufsehen erregende Zivilprozesses hat am Mittwoch vor dem Kölner Landgericht begonnen. Das Gericht sprach von einem besonders schwierigen und zudem in Deutschland einzigartigen Fall. Die 48-Jährige reichte die Klage nach eigenen Angaben nach einem Beratungsgespräch mit einem Psychologen ein. Probleme bereiten den Richtern und Anwälten die vielen fehlenden Krankenakten. Unter anderem gibt es keinen OP-Bericht für den folgenschwere Eingriff.
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