12.12.2007 08:40 |

Terror in Algerien

Al Kaida bekennt sich zu Bomben-Anschlägen

Der algerische Arm des internationalen Terrornetzwerks Al Kaida hat sich am Dienstag zu den beiden schweren Autobombenanschlägen in der Hauptstadt Algier bekannt. Die Gruppe Al Kaida im islamischen Maghreb (BAQMI, früher GSPC) veröffentlichte eine entsprechende Erklärung auf einer islamistischen Internetseite und drohte mit weiteren Anschlägen. Laut einer UNO-Sprecherin kamen zehn UNO-Mitarbeiter ums Leben. Offiziellen Angaben zufolge wurden 26 Menschen getötet und 177 weitere verletzt. Es werden aber weit mehr Opfer befürchtet. Experten halten das Datum des Terroranschlags für symbolträchtig.

Fotos zeigen die beiden mutmaßlichen Selbstmordattentäter Abdel Rahmane al-Assmi und Ibrahim Abou Othmane mit Sturmgewehren und der grünen Fahne des Islam. Die "Märtyrertaten" hätten sich gegen "Kreuzfahrer und Ungläubige" gerichtet, hieß es. Die Lastwagen der beiden Attentäter seien mit jeweils 800 Kilogramm Sprengstoff beladen gewesen, hieß es in der Erklärung weiter. Eine unabhängige Bestätigung für die Echtheit der Erklärung lag zunächst nicht vor.

Der algerische Innenminister Yazid Zerhouni hatte die Gruppe zuvor bereits für die Taten verantwortlich gemacht. Offiziellen Angaben zufolge wurden bei den Attentaten vor dem Obersten Gerichtshof und nahe dem Gebäude des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR 26 Menschen getötet. Von den 177 Verletzten wurden nach Angaben des Innenministeriums noch 26 Menschen in Krankenhäusern behandelt. Rettungskräfte suchten mit Hunden weiter nach Opfern. Wie das algerische Fernsehen berichtete, konnten fünf Menschen lebend aus den Trümmern des UN-Gebäudes geborgen werden.

UNO-Fahne auf Halbmast
Es gebe aber immer noch einige Personen, deren Verbleib unklar sei, sagte UN-Sprecherin Marie Okabe. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen wird. In Algerien sind etwa 175 UN-Mitarbeiter beschäftigt. Im UN-Hauptquartier in New York herrschte am Dienstag eine gedrückte Stimmung. Die Fahne der Vereinten Nationen wehte auf Halbmast.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der sich zurzeit auf der Weltklimakonferenz auf Bali befindet, ordnete eine Überprüfung aller Sicherheitsvorkehrungen an. "Es gibt keine Worte für meine Gefühle von Schock, Wut und Ärger über die Terroranschläge auf die Mission der Vereinten Nationen in Algier", sagte Ban. Auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte die Anschläge und sprach den betroffenen Mitarbeitern und ihren Familien sein Mitgefühl aus.

Symbolträchtiges Datum
Laut Experten könnte das Datum der Terroranschläge symbolträchtig sein. Seit dem 11. September 2001 haben islamische Extremisten wiederholt am 11. eines Monats zugeschlagen, so am 11. März 2004 in Madrid. Am 11. April dieses Jahres wurden bei Terroranschläge in Algier 33 Menschen getötet. Der 11. Dezember ist in Algerien auch der Jahrestag von Demonstrationen der Unabhängigkeitsbewegung gegen die französische Kolonialherrschaft im Jahr 1960. Das Gebäude des Obersten Gerichtshofs hat die Adresse Boulevard des 11. Dezember.

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