Mailer galt Zeit seines Lebens als „Enfant terrible“ der US-Literatur. Seine Themen waren Krieg und Frieden, Gott und Teufel, Sex und Gewalt.
Nicht anders ist es in "Das Schloss im Wald": Der kleine Adolf ist bei Mailer das Produkt eines Inzests zwischen seiner Mutter Klara und ihrem Onkel Alois. Das hätte bei den Juroren ja noch durchgehen können, aber die Tatsache, dass ein Pulitzer-Preisträger wie Mailer für Penis die Phrase „old battering ram“ („alter Rammbock“) benutzt, war zu viel. Und auch, dass Klara sich „mit einer Gier, die nur vom Bösen (dem Teufel, Anmk.) selbst kommen konnte“ an ihren Liebhaber klammerte, konnte nur mit einem belohnt werden: dem Preis für die schlechteste Sexszene des Jahres. „Wir sind sicher, dass er die Auszeichnung mit Humor genommen hätte“, sagte ein Sprecher der „Literary Review“ bei der Bekanntgabe.
Grunzen und Quieken
Den "Bad Sex Award" für die überflüssigste Sexszene gibt es seit 1993. Viele Autoren mussten sich bereits damit konfrontieren lassen. Im Vorjahr holte sich der Brite Iain Hollingshead mit seinem Debüt-Roman "Twenty Something" den Preis. Er schrieb darin: "Alles ist strahlend weiß, als wir uns in einem Aufruhr von Grunzen und Quieken verlieren, unzusammenhängende Bilder blitzen auf, Explosionen von Millionen kleiner Partikel."
2004 bekam Tom Wolfe mit seinem Buch "I am Charlotte Simmons" ("Ich bin Charlotte Simmons") den Preis. Die Jury urteilte damals: "grauenhaft...unbeholfen...(und) unrealistisch."








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