21.11.2007 19:57 |

"Sankt Pauli" geht

Pauli wird aus CSU austreten

Die bayrische Landrätin und Polit-Rebellin Gabriele Pauli verlässt ihre Partei. „Ich trete aus der CSU aus“, sagte die Politikerin der „Vanity Fair“. „Mein Austritt ist die Konsequenz des vergangenen Jahres“, erklärte Pauli, die maßgeblich zum Sturz des früheren Ministerpräsidenten Edmund Stoiber beigetragen hatte und von ihrem Sympathisanten gern „Sankt Pauli“ genannt wird.

Im Interview mit dem Magazin, für das sie sich vor wenigen Monaten mit Latexhandschuhen und Perücke fotografieren hatte lassen, äußerte sie sich erzürnt über die Profiteure der von ihr angezettelten Parteirevolte.

„Mit mir hatten sie es schwerer“
„Ich gehe nicht, weil ich die Wahl zur Parteivorsitzenden verloren habe, sondern wegen der Art und Weise, wie man sich mir gegenüber verhalten hat.“ Da der neue Parteivorsitzende Erwin Huber seit Monaten nicht auf sie zugegangen oder auf ihre Vorstellungen und Forderungen eingegangen sei, habe sie sich zu diesem Schritt entschlossen. Auch ihr Geschlecht habe bei der Kontroverse um ihre Person eine Rolle gespielt. Es sei für die „Herren von der CSU“ leichter mit Frauen, die sich unterordnen. „Mit mir hatten sie es schwerer. Die hatten Angst, nicht mehr mithalten zu können. Wenn man nicht nur Kompetenz, sondern auch Ausstrahlung hat, dann verunsichert das.“

Bayrischen Grünen unterbreiten bereits Angebote
Die Fürther Landrätin ließ offen, ob sie eine eigene Partei gründen oder einer anderen beitreten werde. Beides seien Optionen: „Ich möchte einen Kreis von Menschen finden, der für eine Politik der Offenheit steht, um einem neuen Denken, das sich viele ersehnen, Kraft zu verleihen“, sagte sie. Die bayrischen Grünen zeigten sich bereits offen für Pauli. „Wenn sie bei einer Partei eintreten will, die keine Probleme mit modernen Frauen hat und über eine offene Diskussionskultur verfügt, ist sie bei uns herzlich willkommen“, sagte Parteisprecher Alexander Burger am Mittwoch.

Stoibers Sargnagel
Pauli hatte mit ihrer lautstarken Kritik an Edmund Stoiber massiv zu dessen Sturz als Ministerpräsident und CSU-Chef beigetragen. Beim CSU-Parteitag kandidierte sie dann für den Landesvorsitz, erhielt aber nur 24 von 957 Delegiertenstimmen.

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