Di, 13. November 2018

Rekord-Forderung

21.11.2007 12:45

Ex-Königsfamilie will 260 Millionen Euro von Italien

Italiens ehemalige Königsfamilie verlangt vom italienischen Staat eine Rekordentschädigung für die 57 Jahre lang ins Exil verbannten männlichen Erben der Dynastie. 260 Millionen Euro Entschädigung fordern Prinz Vittorio Emanuele (70), Sohn des letzten italienischen Königs, und dessen Sohn Emanuele Filiberto (35).

Die in Genf lebenden Savoyer verlangen außerdem das Vermögen zurück, das der italienische Staat nach der Gründung der Republik beschlagnahmt hat. Dazu gehören Schlösser und Juwelen. Die Forderung nach Entschädigung wurde in einem siebenseitigen Brief an den italienischen Staatschef Giorgio Napolitano und an Ministerpräsidenten Romano Prodi erhoben.

"Geld für den moralischen Schaden"
In einem Interview, das am Dienstagabend von der Polit-Show "Ballaro" des Staatsfernsehens RAI gesendet wurde, erklärte Emanuele Filiberto von Savoyen, dass seine Familie Geld für den moralischen Schaden verlange, den sie wegen des langen Exils erlitten habe. Mit dem Exil seien die fundamentalen Menschenrechte verletzt worden, wie sie in der Europäischen Konvention verankert sind. Der erst im Jahr 2002 aufgehobene Verfassungsartikel, der den männlichen Erben der Ex-Königsfamilie die Rückkehr nach Italien verweigerte, sei diskriminierend gewesen und habe die Rechte der Savoyer als europäische Bürger verletzt, so Emanuele Filiberto.

"Italien hat die Arroganz der Savoyer nicht verdient"
Der Generalsekretär im italienischen Präsidialamt, Carlo Malinconico, erwiderte, dass der italienische Staat den Savoyern nichts schulde. Es gäbe keinerlei Grundlage, um eine Entschädigung zu verlangen, erklärte Malinconico. Vertreter linksorientierter Parteien, die dem Königshaus enge Beziehungen zum faschistischen Diktator Benito Mussolini und die Genehmigung der rassistischen Gesetze zur Verfolgung von Juden im Jahr 1938 vorwerfen, sparten nicht mit Kritik an den Savoyern. "Italien hat die Arroganz der Savoyer nicht verdient", sagten Vertreter der altkommunistischen Rifondazione. Die Savoyer, die erst 2002 wieder in ihre Heimat zurückkehren können, sind in Italien nicht besonders beliebt. Vittorio Emanuele war 2005 wegen Korruption, Verwicklung in Prostitution und illegales Glücksspiel verhaftet worden und hatte mehrere Monate lang in Haft und unter Hausarrest verbracht.

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