War`s eine Flucht nach vorne oder ein Freundschaftsdienst an einem Geschäftspartner und Parteifreund? Nach seiner Verurteilung wegen Schlepperei (nicht rechtskräftig) trat Otto Gumpinger als Geschäftsführer eines ukrainischen Call-Centers zurück, ließ sich seinen 36 Prozent-Anteil auszahlen. Eine „SoKo“ kontrolliert die fünf Gumpingervereine, das Call-Center ist aber privat.
„Gumpinger hat seine Anteile nach dem Prozess an mich verkauft. Das ist eine private Geschichte, die gar nichts mit den anderen Sachen zu tun hat. Wir hatten auch nur zwei Aufträge vom Familienbund. Das waren aber nur minimale Dinge: einmal 200 Euro und einmal 1200 Euro. So etwas nehmen wir normalerweise nicht einmal an. Und beide Aufträge waren vom Familienbund mit Vorstandsbeschluss abgesegnet“, erklärt der Linzer ÖVP-Gemeinderat und Unternehmer Martin Sonntag.
Er hatte vor „drei, vier Jahren“ mit seinem Parteifreund Otto Gumpinger und einem Einheimischen in der Ukraine ein Call-Center gegründet. Sonntag über das damals nötige Gründungskapital: „Da geht´s nicht um viel Geld, das kann sicher jeder leisten, wenn er sich etwas zusammengespart hat.“ Warum Gumpinger? „Er hatte die Kontakte, ich das Knowhow.“ Nach dem Urteil – zwei Jahre Haft wegen Schlepperei, nicht rechtskräftig – verkaufte Gumpinger seine 36 Prozent Anteile an Sonntag: „Gumpinger ist ausgeschieden, um der Firma nicht zu schaden.“
Gumpinger selbst versteht weder das Urteil noch die Nachforschungen: „Ich war kein Ämter-, sondern ein Arbeitsmulti.“ Er habe zwar alle Funktionen ruhend gestellt, arbeite aber weiter in seinen Vereinen: „Ich helfe mit.“
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