12.11.2007 14:44 |

Mehrheit geschafft

Türk gewinnt slowenische Präsidentenwahl

Der linksgerichtete UNO-Spitzendiplomat Danilo Türk (55) hat die slowenische Präsidentenwahl am Sonntag gewonnen. Türk kam in einer Stichwahl gegen seinen rechtsgerichteten Kontrahenten Lojze Peterle auf 69,2 bis 69,9 Prozent der Stimmen, wie zwei nach Wahlschluss veröffentlichte Wählerbefragungen der TV-Sender RTV Slovenija und POP TV ergaben. Der konservative Ex-Premier Peterle (59) landete demnach bei 30,1 bis 30,8 Prozent.

Die klare Niederlage Peterles, der bis zur ersten Wahlrunde vor drei Wochen als haushoher Favorit gegolten hatte, ist auch eine schallende Ohrfeige für die ihn unterstützende Mitte-Rechts-Regierung von Premier Janez Jansa, die im ersten Halbjahr 2008 die EU-Ratspräsidentschaft führen wird.

Der geschlagene Kandidat gab der unpopulären Mitte-Rechts-Regierung die Schuld an seiner Niederlage. "Ich bin in einem herausfordernden politisch-wirtschaftlichen Umfeld angetreten, das mir nicht gewogen war", sagte Peterle in einer ersten Reaktion. Er wies darauf hin, dass er "einige Zeit lang" als Favorit gegolten habe, seine Umfragewerte seien aber dann gesunken, weil man ihn auf die Regierungsseite gestellt habe.

Quereinsteiger als Wahlsieger
Der Völkerrechtsprofessor Türk ist ein politischer Quereinsteiger. Er lebte von 1992 bis 2005 in New York, wo er zunächst slowenischer UNO-Botschafter und dann Stellvertreter von UNO-Generalsekretär Kofi Annan war. Der krebskranke Staatspräsident Janez Drnovsek (57) hatte auf eine Kandidatur für eine zweite Amtszeit verzichtet. Er soll am 23. Dezember die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger übergeben.

Der frühere Präsident Milan Kucan (1992-2002) sagte, er sei "sehr froh", dass Türk gewonnen habe, weil er der Präsident sei, den Slowenien brauche. Türk habe internationale Erfahrungen, sei liberal und habe auch eine ausgeprägte soziale Ader. "Er kann auch Andersdenkenden zuhören", sagte der Ex-Präsident. Der scheidende Präsident Janez Drnovsek, der sich in den vergangenen Monaten aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, äußerte sich bisher nicht.
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