Spritpreise weit jenseits der 1,1 Euro je Liter Tendenz steigend. Da wundert es niemanden, dass immer mehr Autofahrer beim Volltanken aufs Zahlen „vergessen“. In Oberösterreich wird jeden Tag schon zweimal Sprit geklaut. Das ist seit dem Vorjahr eine Steigerung von knapp 50 Prozent. Und Ausländer bleiben meist ungeschoren...
Wie beim Rasen werden Ausländer nur dann bestraft, wenn sie direkt nach der Tat erwischt werden. Entkommen sie über die Grenze, nehmen Gerichte in Ungarn, Kroatien oder Tschechien Anzeigen über Tankbetrügereien gar nicht erst an. „Die Schäden in der Höhe von 40 bis 80 Euro sind ihnen nicht hoch genug“, weiß Ernst Buchleitner, Tankwarte-Vorsteher in Oberösterreich und Tankstellen-Betreiber in Altheim.
Doch die Aufklärungsrate ist nicht so schlecht. Zwischen 50 und 70 Prozent der Spritdiebe werden gefasst. Vor allem deshalb, weil bereits ein Großteil der 360 Tankstellen in Oberösterreich mit Überwachungs-Kameras ausgerüstet ist. Doch einige Gauner investieren viel Zeit, um auch „Big Brother“ auszutricksen. Sie spionieren die Blickrichtungen der Kameras aus, verdecken die Kennzeichen der Autos oder - wie bei einer ausgehobenen Bande in Wels - montieren bei anderen Wagen „geborgte“ Kennzeichen auf ihre Autos. Lkw-Fahrer sind übrigens die ehrlichsten Kunden an Tankstellen - ihre Brummis sind zu langsam für eine erfolgreiche Flucht.
„Die Tankstellen-Pächter erwischt es doppelt. Sie müssen die Mineralöl-Steuer von gestohlenem Sprit genauso an den Staat abführen, als wenn sie ihn verkauft hätten“, erklärt Julius Stiglechner, Chef der Mineralöl-Händler ob der Enns.
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