Präsidentenwahl

Slowenien: Favorit Peterle gewinnt knapp

Ausland
22.10.2007 14:29
Die slowenische Präsidentenwahl geht in die zweite Runde. Der konservative Ex-Premier Lojze Peterle gewann am Sonntag die erste Wahlrunde, aber nur mit einem geringen Vorsprung von vier Prozentpunkten auf die beiden linksgerichteten Bewerber Danilo Türk und Mitja Gaspari. Der Europaabgeordnete geht angeschlagen in die Stichwahl am 11. November, die sein Gegenkandidat gewinnen dürfte. Ob dies Türk oder der 3.800 Stimmen dahinter liegende Gaspari ist, wird erst nach Auszählung der Wahlkartenstimmen am 30. Oktober feststehen.

Peterle, dem in den Umfragen bis zu 40 Prozent vorhergesagt worden waren, kam auf 28,5 Prozent. Die beiden linksgerichteten Bewerber schnitten dagegen besser ab als von den Meinungsforschern prophezeit. Gaspari, der mit 24,2 Prozent um 0,3 Prozentpunkte hinter Türk landete, räumte am Sonntagabend seine Niederlage ein. „Die Wahlkarten aus dem Ausland können das Ergebnis nicht mehr verändern", sagte der Ex-Zentralbankchef dem öffentlich-rechtlichen Sender RTV Slovenija.

Gaspari kritisierte jedoch, es hätte „aus Korrektheit und politischer Hygiene“ nicht dazu kommen dürfen, dass die Spielregeln während der Wahlkampagne geändert werden. Er spielte damit darauf an, dass die von der Mitte-Rechts-Regierung dominierte Wahlbehörde wenige Tage vor dem Urnengang 40.000 Auslandsslowenen ungefragt Wahlkarten zugeschickt hatte, was nach Einschätzung von Beobachtern Manipulationen ermöglichte.

Dritte Wahlrunde vor Gericht?
Während Gaspari am Montag von seiner ursprünglichen Drohung einer „dritten Wahlrunde vor Gericht“ Abstand nahm, kündigte der nationalistische Bewerber Zmago Jelincic bereits eine Wahlanfechtung an. Der Nationalistenführer, der mit 19,2 Prozent auf dem vierten Platz landete, sieht sich durch die Aktion mit den Auslandswählern und Benachteiligungen in den Medien um einen Platz in der Stichwahl geprellt.

Peterle zeigte sich nicht enttäuscht über sein unter den Erwartungen liegendes Abschneiden. Er kündigte aber an, gründlich analysieren zu wollen, was dazu geführt habe. Für die kommenden drei Wochen kündigte Peterle einen „schärferen und härteren Kampf“ an. Beobachter finden, dass der konservative Peterle Stimmen eingebüßt hat, weil er in vielen Fragen nicht eindeutig Stellung bezogen habe. In seinem Wunsch, breite Zustimmung zu gewinnen, habe er Stimmen aus dem rechten Lager verloren.

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