Verfahrener Krieg

Irak-General: “Albtraum ohne absehbares Ende”

Ausland
13.10.2007 19:56
In den USA werden die Stimmen gegen den Irak-Einsatz der Armee immer lauter. Der frühere Kommandant der US-Truppen im Irak bezeichnete den amerikanischen Einsatz im Zweistromland am Wochenende als „Albtraum ohne absehbares Ende“. Aber auch im Irak trachtet man danach, die Amerikaner schnellstmöglich wieder „los zu werden“: In einer Predigt zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan sprach sich ein ranghoher schiitischer Politiker für einen schnelleren Aufbau irakischer Sicherheitstruppen aus, die die Aufgaben der US-Soldaten übernehmen sollten.

„Wir tun unser Bestes, um keinen dauerhaften ausländischen Militärstützpunkt in unserem Land zu gestatten“, sagte Abdul Aziz al-Hakim, der Sohn des Vorsitzenden der größten irakischen Schiitenpartei „Oberster Islamisch-Irakischer Rat“.

Sein Vorhaben wird dem pensionierten General Ricardo Sanchez, der einmal die US-Streitkräfte im Irak führte, willkommen sein. Sanchez nannte bei einer Pressekonferenz vor Journalisten in Virginia mehrere Gründe für seine Einschätzung: die Auflösung der irakischen Streitkräfte, die vernachlässigten Beziehungen zu Stammesführern und einen zu langsamen Aufbau einer zivilen Regierung nach dem Sturz von Saddam Hussein.

Die derzeitigen Strategien der US-Regierung beschrieb Sanchez als „verzweifelten Versuch“, die jahrelangen Verfehlungen wettzumachen. Wäre mancher US-Spitzenpolitiker Soldat, hätte man ihn schon seit langem seines Postens enthoben oder vor ein Kriegsgericht gestellt, sagte der General. Sanchez kommandierte von Juni 2003 an ein Jahr lang die US-Truppen im Irak.

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