04.10.2007 14:52 |

Säuberungswelle

Immer mehr Menschen in Burma verhaftet

Das burmesische Militärregime geht immer gnadenloser gegen Anhänger und Sympathisanten der Demokratiebewegung vor. Während der nächtlichen Ausgangssperre wurden in der Metropole Rangun wieder zahlreiche Menschen, unter ihnen auch eine Mitarbeiterin der Vereinten Nationen zusammen mit Familienmitgliedern festgenommen. Über die staatlich gelenkten Medien rechtfertigte die Junta die Säuberungen; die offizielle Zeitung "The New Light of Myanmar" wies ausländische "Lügen" zurück, deren Ziel es sei, "die burmesische Nation zu zerstören".

Die chinesische Regierung begrüßte unterdessen eine "Beruhigung" der Lage in dem Nachbarland. Hunderte Polizisten bewachen in Rangun das Haus der Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, auf dem nahe gelegenen See patrouillieren Boote.

Zahlreiche Menschen wurden abgeholt
In der Nacht auf Donnerstag wurden in der Nähe der Shwedagon-Pagode zahlreiche Menschen von Sicherheitskräften abgeholt, wie Einwohner berichteten. "Ihr Verbrechen ist, dass sie geklatscht und die Mönche angefeuert haben", sagte ein Augenzeuge. Verschwunden sind auch Leute, die Fotos von den Protestmärschen der vergangenen Woche gemacht und ins Ausland geschickt hatten. Wo die Menschen festgehalten werden, weiß niemand. Mehrere einheimische Journalisten wurden auch festgenommen. "Ich mache mir große Sorgen über das Schicksal der Gefangenen", sagte der finnische Botschafter Lars Bäckström.

"Die Zahl der Festgenommenen ist offenbar recht hoch, und niemand darf die Menschen besuchen." Die US-Geschäftsträgerin Shari Villarosa sagte: "Sie gehen in die Häuser und nehmen Leute mit"; Mitarbeiter der Botschaft hätten mehrere Klöster aufgesucht und festgestellt, dass sie völlig menschenleer seien. Einige seien von Soldaten abgeriegelt.

Misshandlungen in den Gefängnissen
Freigelassene Mönche berichteten von Misshandlungen in den Gefängnissen. Einige Häftlinge seien geschlagen worden, weil sie sich weigerten, bei den Verhören Fragen zu beantworten, sagte ein Mönch. "Die Ernährungs- und Lebensbedingungen sind schrecklich." Ein Verwandter dreier freigelassener Frauen erklärte, die Gefangenen würden in vier Kategorien eingeteilt: Passanten, Schaulustige, diejenigen, die den Demonstranten applaudierten, und Teilnehmer der Proteste.

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