Viele auf Warteliste

Lehrermangel kommt in sieben Jahren

Die gute Nachricht zuerst: Das ewige G´riss um die Lehrerjobs hat ein Ablaufdatum. Die schlechte Nachricht: Erst in sieben Jahren ist´s soweit. Bis dahin werden die beiden Linzer Pädaks weiterhin Lehrer im Überfluss „produzieren“. Derzeit stehen beim oö. Landesschulrat 1137 Pädagogen auf der Warteliste.

„Ich bin ehrlich gesagt froh, wenn ich in Zukunft eine Reserve an Lehrern habe“, kann Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer dem seltsamen Dauer-Ansturm auf die Pädaks doch noch etwas Positives abgewinnen: „Wenn mir ein junger Mensch sagen würde, dass er Lehrer werden will, würde ich ihm nicht abraten, aber klar sagen, dass er damit rechnen muss, nach der Ausbildung drei, vier Jahre lang etwas anderes zu tun. Was nebenbei gesagt auch nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. Das sage ich auch zu den Pädak-Studenten. Es weiß jeder, worauf er sich einlässt.“

Tatsächlich stieg laut AMS-Statistik in den letzten Jahren die Anzahl der arbeitssuchend gemeldeten Pädagogen stetig an. 2001 waren es 45 Lehrkräfte, im Jahr 2006 schon 118 und 128 bis Ende August ´07.

Bei SALE, der Stiftung für arbeitslose Lehrer, sind derzeit 44 Pädagogen angestellt, 46 sollen noch vermittelt werden, wie SALE-Obmann Walter Utz erklärt: „Die meisten sind in der Nachmittagslernbetreuung beschäftigt, die wir an 32 Standorten für 700 Kinder anbieten. Sie arbeiten 25 bis 30 Wochenstunden.“

„Ich bin Nummer 192 auf der Warteliste“
Seit zwei Jahren wartet Bettina Heindl (23) aus Haidershofen auf einen Lehrerjob - es werden noch mehr werden. Sie ist die Nr. 192 auf der Liste.

Wurden Sie vor der Berufswahl nicht gewarnt?
Schon. Es hieß, zwei Jahre wären normal. Während der Ausbildung wurden es dann schon vier bis fünf.

Wie kam es zur Reihung?
Es gibt Punkte für zusätzliche Ausbildung, für Verheiratete und Kinder. Ich bin zwar nicht nur Volksschul-, sondern auch Integrationslehrerin, aber andere haben wohl mehr Punkte.

Wie überbrücken Sie die Wartezeit?
Mit Nachmittagsbetreuung von Schülern in Garsten. Das gefällt mir so gut, ich bekomme dadurch immer noch mehr Gusto, endlich auch richtig unterrichten zu dürfen.

Aufgeben kommt also für Sie nicht in Frage.
Auf keinen Fall. Freundinnen, die mit mir die Pädagogische Akademie besuchten, haben das getan, sind in andere Berufe umgestiegen. Sie wollen dort nicht mehr weg, verdienen auch sehr gut. Aber ich möchte unbedingt als Lehrerin arbeiten.

Es ist Ihr Traumberuf?
Ja, das hab ich schon als kleines Kind beschlossen. Warum, weiß ich gar nicht mehr. Aber es gibt ein Heft von mir aus der vierten Volksschulklasse, da habe ich hineingeschrieben: „Ich will Lehrerin werden, damit ich den Kindern etwas beibringen kann.“

 

 

 

Foto: "Krone"

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