Mega-Schutzmantel
Neue Tschernobyl-Hülle soll 100 Jahre halten
Der Schutzmantel soll nach der schlimmsten Katastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie vor 21 Jahren verhindern, dass radioaktive Partikel aus den Überresten des Reaktors austreten. Das 505 Millionen Dollar (364 Millionen Euro) teure Projekt werde den Reaktor zu einem "ökologisch ungefährlichen" Objekt machen, sagte der stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung, Alexander Tschaly.
Die alte, nach der Reaktorexplosion im April 1986 provisorisch gegossene Schutzhülle ist durch die Witterung mittlerweile durchlässig geworden. Unter ihr lagern nach Expertenschätzungen 200 Tonnen radioaktives Material.
105 Meter hoch und 18.000 Tonnen schwer
Die neue Schutzhülle ist 105 Meter hoch und 150 Meter lang. Sie wiegt 18.000 Tonnen und damit dreimal so viel wie der Eiffelturm. Sie soll 100 Jahre halten. Aus Sicherheitsgründen wird die Hülle außerhalb der kontaminierten Zone gebaut, um dann auf Schienen über den Sarkophag geschoben zu werden. 900 Bauarbeiter aus der Ukraine und 60 Ausländer werden eingesetzt und ständig von Ärzten auf Verstrahlung untersucht werden. Die Bauarbeiten sollen Ende des Jahres beginnen und viereinhalb Jahre dauern.
Im Atomkraftwerk Tschernobyl, 100 Kilometer nördlich von Kiew, war am 26. April 1986 der vierte Reaktorblock nach einem fehlgeschlagenen Experiment explodiert. Die Katastrophe forderte nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation zwischen 14.000 und 17.000 Menschenleben. Die radioaktive Wolke traf Millionen Menschen in Nord- und Osteuropa, auch in Österreich wurde erhöhte Strahlung gemessen. In der Grenzregion zwischen der Ukraine und Weißrussland leiden bis heute viele Menschen an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung.
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