Do, 19. Juli 2018

Buch zum Achtziger

13.08.2007 20:38

Ruhaltingers Erinnerungen

Franz Ruhaltinger, als Voest-Zentralbetriebsratsobmann einst von den Mächtigen gefürchtet, feierte seinen 80. Geburtstag gestern „standesgemäß“ in der voestalpine – mit der Präsentation seiner Lebenserinnerungen.

“Vom Armenschüler zum Arbeiterführer“ heißt der Titel des von Johann Mayr herausgegebenen Buches („Edition Geschichte der Heimat“, 19,50 Euro). Unter den vielen Gratulanten: Jugendfreund und Alt-LH Josef Ratzenböck.


Für die Voest habe ich ausgeteilt, aber auch sehr viel eingesteckt!“

Bei Generaldirektoren und bei Ministern war der Franz Ruhaltinger in seiner „Glanzzeit“ als kämpferischer Voest-Zentralbetriebsratsobmann (bis 1987) und Nationalratsabgeordneter gefürchtet. Auch mit 80 zeigte er sich im „Krone“-Interview nicht leise…

Sie haben die Entwicklung der Voest mitgeprägt. Mit welchem Ergebnis für Sie?
Wir haben nach dem Krieg die Voest aus dem Dreck hochgezogen und später mit Generaldirektor Strahammer das Fundament für den heutigen Erfolg gelegt. Wir haben für die Menschen viel erreicht. Ich kann in den Spiegel schauen.

Sie galten zeitweise als „heimlicher“ Generaldirektor - wie groß war die Macht?
Ich habe nicht gekuscht, ich habe für die Belegschaft gekämpft, habe ausgeteilt - aber auch sehr viel eingesteckt.

In Ihrem Buch bekommen auch prominente Politiker ordentlich „Fett“ ab?
Ja, nicht nur ein Jörg Haider oder Wolfgang Schüssel. Auch Parteifreunde wie Franz Vranitzky und Ferdinand Lacina - ich bin eben ein „gradliniger Michl“.

Wie sehen Sie „Ihre“ Voest heute - Sie haben ja 2003 lautstark und vehement gegen die Privatisierung demonstriert?
Ich war dagegen, weil jene die Ernte einfahren wollten, die uns zusperren wollten. Als Voestler freut es mich aber, dass das Unternehmen heute sehr gut dasteht.

Besitzen Sie auch Voest-Aktien?
Nein, von Aktien halte ich nichts. Da kaufe ich mir lieber eine Mausefalle.




Foto: Chris Koller

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