18.07.2007 15:30 |

Rappender Hund

PaRappa The Rapper

Noch lange bevor Bling-Bling, dicke Autos und leicht beschürzte Damen die Hip-Hop-Szene dominierten, wusste einer bereits das Publikum zu rocken: PaRappa, der Rapper. Nach seinem Debut für die Playstation im Jahre 1996, rappt der Hund mit der Wollmütze und dem schnellen Mundwerk nun auch auf der PSP.

Dass Sony "PaRappa The Rapper" elf Jahre nach der Erstveröffentlichung erneut auf den Markt bringt, darf durchaus als mutiger Schritt bezeichnet werden. Schließlich spaltete die Geschichte um den rappenden Hund, der das Herz seiner geliebten Sunny Funny gewinnen möchte, bereits Mitte der 90er-Jahre die Gemüter.

Kurzum: Man hasst es oder man liebt es. Während Freunde asiatischer Spiele meist zu Letzterem tendieren, können Gamer hierzulande mit dem eigenartigen Grafikstil und dem ungewöhnlichen Gameplay meist eher weniger anfangen. Wie bei "LocoRoco" oder "We Love Katamari" ist die Idee hinter "PaRappa The Rapper" aber durchaus originell.

Wie bereits kurz erwähnt, gilt es das Herz von Sonnenblume Sunny Funny zu erobern. Das wäre auch gar nicht so schwer, wäre da nicht der neureiche Schnösel von Joe Chin, der mitsamt seiner protzigen Karre PaRappa die Show zu stehlen droht. Um Sunny zu beeindrucken, muss der rappende Hund also in die Trickkiste greifen und etwa fahren, kochen oder kämpfen lernen.

Hier kommt die Musik ins Spiel, denn jede der Aufgaben muss mit einem flotten Rap absolviert werden. Ein Mentor rappt es vor, der Hund rappt es durch rechtzeitiges Drücken der richtigen Buttons oder Schultertasten nach. Rhythmusgefühl ist demnach vonnöten, wenn in der oberen Bildleiste die zu drückenden Buttons durchlaufen und MC PaRappa den Rap- oder auch Ragga-Tunes seine Seele einhaucht.

Wer im Takt bleibt und alles richtig macht - dabei sollte man sich allerdings lieber auf sein Gehör und nicht die Anzeige verlassen -, darf zur nächsten Mission übergehen. Wer hingegen zu lahmarschig war, darf sein Glück erneut versuchen. Die Zeit zwischen zwei Missionen wird dem Spieler mit farbenfrohen 2D-Animationen versüßt, die zugleich die Story vorantreiben. Der Spieler selbst drückt aber immer nur bei den Songs aufs Knöpfchen und hat daher auch keinen Einfluss auf die Geschichte.

Die ist aber ohnehin recht rasch vorbei, kommt es doch bereits nach sechs Leveln zum Showdown, oder anders gesagt - um dem Hip-Hop-Jargon treu zu bleiben - zum Battle. Schließlich hat sich durch die Disses von  Joe Chin jede Menge "Beef" zwischen ihm und PaRappa angehäuft. Zusätzlichen Spielspaß verspricht hier die Möglichkeit, sich neue Remixe der Songs herunterzuladen, sowie ein Multiplayer-Modus für bis zu vier Spieler, in dem um den höchsten Highscore gewetteifert werden darf.

Fazit: Die Abenteuer des liebestollen Rappers sind auch 2007 noch äußerst spaßig - allerdings nur für recht kurze Zeit, denn der Spielumfang ist ebenso wie die Grafik leider nicht mehr zeitgemäß. Die erfrischenden und wirklich gut gemachten Songs stellen aber selbst so manchen aktuellen Rap-Track in den Schatten, weshalb zumindest Nostalgiker unbedingt einen Blick auf "PaRappa The Rapper" werfen sollten.

Plattform: PSP (getestet), PS2, PSOne
Publisher: Sony
Krone.at-Wertung: 67%


von Sebastian Räuchle

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