Erst im Jänner hatte Schneider eine „vorläufige Berechnung“ vorgelegt, in der er für 2007 einen neuerlichen leichten Rückgang des „Pfusches“ prognostiziert hatte: Die „regionale Wertschöpfung der Schattenwirtschaft“ in Oberösterreich sollte demnach von 3,54 Milliarden Euro im Vorjahr auf heuer 3,51 Milliarden sinken, in ganz Österreich von 21,2 auf 21 Milliarden Euro. Auf dem Höhepunkt im Jahr 2003 lag sie bundesweit bei 23 Milliarden.
„Jetzt ist wieder ein Zuwachs des ,Pfusches´ von 800 Millionen bis einer Milliarde Euro im Jahr zu erwarten“, entnimmt Schneider seinen Berechnungen, die er anhand der höheren Arbeitskosten durch den Mindestlohn angestellt hat: „Sie lassen private Auftraggeber wie Häuslbauer, aber auch Firmen wieder vermehrt auf ,Pfuscher´ zurückgreifen.“
Der Grund liegt darin, „dass wir ohnehin schon sehr hohe Lohnnebenkosten haben. Mit dem Mindestlohn wird der Faktor Arbeit weiter verteuert“, erklärt Schneider: „Positiv ist nur, dass davon wenigstens auch die Arbeitnehmer einen Profit haben.“
Verteilungspolitisch sei die Entscheidung der Bundesregierung daher richtig, anerkennt der Volkswirtschafts-Professor die Verbesserung für die Beschäftigten, die auch der Wirtschaft mehr Kaufkraft bringt: „Ich hätte mir aber statt der starren Festlegung auf 1000 Euro eine flexiblere Lösung gewünscht, etwa in Prozenten zum Kollektivvertrag der einzelnen Branchen.“
Foto: Chris Koller
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