Als AK-Präsident spricht sich Kalliauer weder pro noch contra Börsegang der Energie AG aus - persönlich hat er aber eine eindeutige Meinung. Er verweist aber auf die „zunehmende Skepsis unserer Mitglieder gegenüber Privatisierungen“.
Diese wachsende Skepsis geht auch aus der IFES-Umfrage hervor: 74 Prozent der 1000 telefonisch befragten Oberösterreicher sind „eher“ oder „sehr“ gegen Verkauf oder Privatisierung öffentlicher Einrichtungen, erst 60 Prozent urteilten schon früher so.
Verkauf oder Privatisierung von Energieversorgern lehnen 68 Prozent generell ab. Nach einem „Verkauf der Energie AG“ gefragt, sind 37 Prozent „eher“ und 36 Prozent „sehr“ dagegen. Denn eine große Mehrheit rechnet mit höheren Strom- und Wasserpreisen. 52 Prozent glauben außerdem, dass sich die Sicherheit der Wasserversorgung „eher“ verschlechtern würde.
Kalliauers Fazit als AK-Präsident: „Ich will niemandem politische Ratschläge geben. Aber man muss sehr, sehr vorsichtig mit so einem Problem wie die Art der Zukunft der Energie AG umgehen. Und die Frage ist, ob der Börsegang nicht die schlechteste aller Varianten ist.“
Zusätzliches Risiko durch den Börsegang
„Die Menschen haben ein gutes Gespür“, nimmt AK-Präsident Johann Kalliauer die Ergebnisse der IFES-Umfrage sehr ernst. Als Präsident mahnt er, legt sich aber nicht konkret fest. Persönlich ist er gegen den Teilbörsegang der Energie AG!
Was halten Sie von den Plänen des Landes mit der Energie AG Oberösterreich?
Persönlich halte ich nichts vom Börsengang.
Eine klare Ansage - aber was sind die Gründe dafür?
Wenn man einen Teil der Energie AG verkaufen will, dann ist der Gang an die Börse der am wenigsten kontrollierbare Weg. Außerdem stehen offensichtlich Einmaleffekte fürs Budget im Vordergrund. Ob es wirklich notwendig ist, dafür Kernbereiche der öffentlichen Versorgung herzunehmen, daran zweifle ich massiv.
Aber die Energie AG selbst möchte an die Börse.
Ich sehe darin auch für das Unternehmen selbst keine gute Zukunftsperspektive. Das setzt es doch nur zusätzlichen Risikofaktoren aus.
Wenn sie „persönlich“ dagegen sind, wie halten Sie es da als AK-Präsident?
Als Arbeiterkammer ist es unsere Hauptaufgabe, auf die Problematik hinzuweisen. Genau das tun wir auch.
Foto: Chris Koller
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