¿black & white¿

Über das Phänomen der Linie

Die Sommer-Ausstellungen im Linzer Lentos stehen heuer ganz im Zeichen der eigenen Sammlung. Zu sehen ist dabei auch die Grafik-Ausstellung „black & white. Das Phänomen der Linie“ im Untergeschoß des Kunstmuseums. Beste Grafiken von Picasso und Matisse bis Zechyr. Darunter unbekannte, aber hochsensible Blätter.

„Zeichnen bedeutet Zeichen setzen“, führt Brigitte Reutner in das Thema ein. Die Lentos-Mitarbeiterin hat aus der Grafiksammlung einen informativen und beachtlichen Gang durch mehr als ein Jahrhundert zusammengestellt. Rasch spürt man, dass es nicht nur um die Kunst der Linie geht, sondern um die ursprünglichen, elementaren Züge dieser spontanen Form des Bildermachens.

Zeitlich lässt Reutner die Ausstellung bei einer Lithographie von Henri de Toulouse-Lautrec aus dem Jahr 1893 beginnen. Wie es um die damalige Jahrhundertwende modern war, ließ er sich von fremden Kulturen beeindrucken. Und darum ist eine Hinwendung zu einem fernöstlichen Ausdruck zu erkennen.

Völlig klar, ja prüde in der Führung der Linie, zeigt sich dagegen Picasso mit seinen Damen. Hier können auch junge Künstler wie Ulrike Lienbacher oder Lisa Pock anknüpfen. Letztere verfolgt ein eigenwilliges Konzept. Sie filmte Pflanzen am Straßenrand, während sie im Wind der vorbeirauschenden Autos vibrierten. Dieses Video wählte sie als Ausgangspunkt für einfache, aber betörende Blätter.

Weitere Klassiker der Zeichenkunst: Henri Matisse, Antoni Tàpies, Alfred Hrdlicka oder Kazuko Myamoto.

Kunstmuseum Lentos, Linz: bis 26. August, geöffnet täglich von 10 - 18, Do bis 21 Uhr

 

 

Foto: Mascheks/Lentos

Montag, 10. Mai 2021
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