„Psychotiker, also Menschen mit schweren, psychischen Leiden - wie Schizophrene - sind nur an zwei bis drei Prozent der Gewalttaten beteiligt. Das ist nicht weiter auffällig“, erklärt
Dr. Gerhard Kette, Leiter des Zentrums für Rechtspsychologie und Kriminologie an der Uni Linz. Jedoch: „50 Prozent der Täter leiden an einer Persönlichkeitsstörung, die sie im Alltag behindert.“ Oft haben diese Leute als Kinder Werte unserer Gesellschaft nicht vermittelt bekommen, stammen aus desolaten Familienverhältnissen. Sie haben Probleme mit privaten Beziehungen, kommen am Arbeitsplatz nicht zurecht, haben Existenz-Probleme. Meist sind sie zwar auffällig, gelten aber als harmlos.
„Oft kommt es dann aber in Kombination mit Alkohol oder Drogen und einem Anlass zu Ausbrüchen, die von den Betroffenen nicht mehr kontrolliert oder gestoppt werden können“, so Professor Kette.
Welcher Typ Helmut St. (41) ist, muss noch geklärt werden. Er hat in Gunskirchen seine Nachbarin Karoline Pühringer (75) erstochen und deren Sohn Alois Baumberger (53) schwerst verletzt - es gilt die Unschuldsvermutung. Nach vier Treffern aus einer Polizei-Pistole liegt er - wie sein überlebendes Opfer - im Tiefschlaf. Frühestens Ende der Woche könnte er befragt werden. Bis dahin wird seine Krankengeschichte ausgehoben.
Der gelernte Tischler, der bis vor zwei Jahren in einem Baumarkt arbeitete, war wegen psychischer Probleme in Frühpension geschickt worden…
Foto/Repro: Johannes Markovsky
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