02.07.2007 14:03 |

Kampf gegen Armut

UNO fordert mehr Geld für Entwicklungshilfe

Wenn die Industriestaaten nicht sofort mehr Geld zur Verfügung stellen, droht die Welt den Kampf gegen die Armut zu verlieren. Die UNO als internationale Gemeinschaft werde es schwer haben, ihre so genannten Millenniumsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen, mahnte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in einer am Montag veröffentlichten Halbzeitbilanz. Auch Österreich reduzierte 2006 seine Hilfszahlungen.

Zu den Millenniumszielen gehören unter anderem die Bekämpfung von Hunger und Krankheiten sowie der Ausbau des Bildungssystems. In all diesen Punkten bleibt das südliche Afrika auch sieben Jahre nach Verabschiedung des Zeitplans Schlusslicht. "Weil es in der offiziellen Entwicklungshilfe seit 2004 keinen signifikanten Anstieg gegeben hat, ist es selbst für gut regierte Länder unmöglich, die Millenniumsziele zu erreichen", erklärte Ban.

Nur fünf Staaten erfüllen die Hilfsziele
Lediglich fünf Staaten schafften es demnach bisher, die von der UNO angepeilten 0,7 Prozent des nationalen Bruttoeinkommens für Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen: Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Schweden. Alle EU-Staaten zusammen erhöhten ihre finanzielle Hilfe für die ärmsten Staaten im Vorjahr immerhin um 2,7 Prozent gegenüber dem Jahr 2005.

Österreich zahlt weniger
Im Gegenteil dazu ging die Entwicklungshilfe durch Österreich laut einer im April veröffentlichten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) um sechs Prozent zurück. Sie lag 2006 bei 1,132 Mrd. Euro, was 0,48 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) entsprach.

Zentrale Forderung der Millenniumsziele war vor allem das Vorhaben, die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, bis 2015 statistisch gesehen zu halbieren. Dem UN-Bericht zufolge ist dies möglich. Ban rief daher insbesondere die acht führenden Industriestaaten (G-8) auf, ihr Versprechen einzulösen und die Entwicklungshilfe für Afrika bis 2010 zu verdoppeln.