02.07.2007 12:11 |

Widerstand

100.000 Mexikaner bei Demo gegen Präsidenten

Ein Jahr nach der Präsidentschaftswahl in Mexiko haben mehr als 100.000 Menschen gegen Staatschef Felipe Calderón demonstriert. Der bei der Wahl am 2. Juli vergangenen Jahres unterlegene linke Kandidat Manuel López Obrador rief die Menge in Mexiko-Stadt am Sonntag auf, sich Calderóns Regierung und ihren Plänen für eine Steuerreform zu widersetzen.

Auf einer Kundgebung auf dem zentralen Zócalo-Platz forderte er "null Verhandlung mit denen, die eine Politik gegen die Interessen des Volkes führen". Calderóns Plan, den staatlichen Erdöl-Konzern Pemex für ausländische Investoren zu öffnen, sei der Versuch, "die nationale Souveränität an das Ausland zu verkaufen".

López Obrador bekräftigte, er sei der wirkliche Sieger der Präsidentschaftswahl. Ein Jahr nach dem Urnengang sei klar, "dass sie auf unsere Kosten gemauschelt haben und dass die Mafia einen unrechtmäßigen Präsident eingesetzt hat". Zuvor hatte López Obrador sein neues Buch mit dem Titel "Die Mafia hat uns die Präsidentschaft geklaut" vorgestellt, in dem er Ex-Präsident Vicente Fox vorwirft, vor der Wahl Umfragen manipuliert und für Calderón verfassungswidrig Wahlkampf gemacht zu haben.

Das Wahlgericht hatte Anfang September das von López Obrador angefochtene Wahlergebnis in einer endgültigen Entscheidung bestätigt. Dennoch hatte sich López Obrador im November zum "rechtmäßigen Präsidenten" ausgerufen, nachdem Calderón die Präsidentschaftswahl mit einem Vorsprung von nur 230.000 Stimmen gewonnen hatte.