"Jurka" im Gehege

Mutter von Braunbär Bruno eingefangen

Ausland
02.07.2007 08:53
Ein Jahr nach dem Tod des Braunbären "Bruno" ist seine Mutter "Jurka" mit einer Betäubungsspritze außer Gefecht gesetzt und in ein umzäuntes Gehege im Trentino gebracht worden. Die Bärin war nach Meinung des italienischen Umweltministeriums bei ihren Streifzügen - ebenso wie seinerzeit Bruno - Menschen zu nahe gekommen und damit zur Gefahr geworden. Mit der gleichen Begründung war Bruno am 26. Juni 2006 in Oberbayern erschossen worden, was in Italien und unter Tierschützern heftige Proteste auslöste.

Jurka sei gemeinsam mit ihren Jungen auf der Suche nach Nahrung in eine Berghütte eingedrungen. Bereits vor Monaten sei sie über eine Skipiste gelaufen, hieß es weiter. Darauf habe die Provinz ein Vorgehen gegen das Tier gefordert. 

„Jurka, die es gewohnt ist, Dutzende Kilometer über die Dolomiten zu wandern, muss sich jetzt daran gewöhnen, in einem Gehege von lediglich 1500 Quadratmetern zu leben“, schrieb die Zeitung La Repubblica.

Bruno war mit seiner Wanderung über die Alpen zum Medienstar geworden. Mehrfach gelang es ihm, seinen Jägern zu entkommen. Wegen der Proteste gegen sein gewaltsames Ende gelten die Namen der Schützen als eines der bestgehüteten Geheimnisse im Münchner Umweltministerium.

Vor Wochen hatten zwei mutmaßliche jüngere Geschwister Brunos Schlagzeilen gemacht: Die Jungbären hatten sich auf die Wanderschaft nach Graubünden in der Schweiz begeben. Die Braunbären - zunächst waren es zehn - waren im Jahr 2000 aus Slowenien nach Norditalien gebracht worden und in einem Tierpark ausgesetzt worden. Derzeit gibt es 25 Exemplare. 

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