Nach Bietergefecht

France Telecom und ein Investor kaufen One

Österreich
20.06.2007 20:29
Sieben Jahre lang wurde verhandelt, nun ist es fix: Der drittgrößte österreichische Mobilfunkbetreiber One erhält einen neuen Eigentümer. Die France Telecom-Mobilfunktochter Orange und der ungarische Finanzinvestor Mid Europa Partners haben sich am Mittwoch in einem Versteigerungsverfahren gegen die niederländische KPN durchgesetzt. Der Kaufpreis für das Gesamtunternehmen liegt bei 1,4 Milliarden Euro.

Die deutsche E.ON - bisher Mehrheitseigentümer -, die norwegische Telenor und die dänische Tele Danmark steigen in der Folge aus. Bei One dürften nun weitere Einsparungen ins Haus stehen. 2004 hatte das Unternehmen rund ein Fünftel seiner Belegschaft abgebaut. Zurzeit hält One bei etwa 900 Mitarbeitern.

Wie One am Mittwochabend mitteilte, wird Mid Europa Partners zunächst 65 Prozent an One halten. Der Anteil von Orange, die zuletzt bereits 17,45 Prozent an One besaß und deshalb auch ein Vorkaufrecht hatte, wird vorerst auf 35 Prozent steigen. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass France Telecom in den nächsten Jahren das Unternehmen vom Finanzpartner komplett übernehmen könnte, ist zu hören.

Uneinigkeit über Profitabilität
One-Chef Jorgen Bang-Jensen beteuerte am Mittwoch, sein Unternehmen habe eine "schlanke, effiziente Organisationsstruktur", und verwies darauf, dass One "für Ende Juni 2007 das beste Halbjahresergebnis seit Bestehen" erwarte. Aus dem Umfeld des neuen Eigentümers hieß es jedoch, die Profitabilität bei One sei zuletzt dramatisch zurückgegangen.

Keine Änderungen für One Kunden
Für die One-Kunden soll sich bis auf weiteres nichts ändern. Die Marken One und Yesss! sollen zumindest mittelfristig nicht angetastet werden. Auch die bestehenden Verträge bleiben aufrecht. Die Preise noch weiter senken werden die neuen Eigentümer aber auch kaum. Positiv auswirken könnte sich das verstärkte Engagement der Franzosen bei One dafür auf die Qualität.

Herbe Niederlage für KNP
Für KPN bedeutet der Zuschlag an die Franzosen eine herbe Niederlage. Die Niederländer hatten sich bereits für tele.ring interessiert, waren dort aber gegen die Deutsche Telekom-Tochter T-Mobile abgeblitzt. Zwei weitere Bieter für One, die ägyptische Orascom und die russische Alpha Group, waren bereits vor der Auktion ausgeschieden.

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