Weiches Herz
“Robin Hood” stiehlt 2,1 Millionen für die Armen
Ausland
15.06.2007 12:23
Ein ehemaliger leitender Bankangestellter hat in Deutschland eine Millionensumme zu Gunsten bedürftiger Kunden veruntreut und muss deswegen für zwei Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Das Gericht verurteilte den 45-Jährigen am Donnerstag wegen Untreue in 168 Fällen.
Der Angeklagte legte vor Gericht ein umfassendes Geständnis ab: "Ich hatte Mitleid mit Arbeitslosen und sozial Schwachen und wollte ihnen helfen." Daher habe er die Gelder bestimmter Bankkunden auf Konten solcher Kunden verschoben, die an Geldmangel litten und keine Bankkredite mehr bekommen konnten.
"Weihnachten 2005 war ich nahe daran, mir selbst etwas anzutun. Ich habe das seelisch nicht ertragen", sagte der Angeklagte. Kurz darauf informierte der Bankangestellte den Vorstand des Kreditinstituts über seine Geldschiebereien. Anfang Februar 2006 stellte er sich der Polizei. Dank seiner Mithilfe konnten von den verschobenen 2,1 Millionen Euro etwa 1,4 Millionen Euro ausgeglichen werden. Den Restschaden von derzeit rund 640.000 Euro tragen der Anklage zufolge nicht die Kunden, sondern die Bank.
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