Alles fließt

Mercury Meltdown Revolution

Spiele
14.06.2007 08:29
Innere Balance, viel Geschick und ein ruhiges Händchen sind die Grundvoraussetzungen, um bei "Mercury Meltdown Revoultion" für die Wii-Konsole ein kleines Kügelchen Quecksilber über einen mehr als hindernisreichen Parcours zu manövrieren.

Wenn etwas Nintendos Wii-Konsole wirklich auszeichnet, dann ist es das innovative, auf Bewegungen reagierende Steuerungskonzept. Während viele Spiele für die Nintendo-Konsole dieses Feature bislang nur bedingt für sich zu nutzen wussten, kann "Mercury Meltdown Revolution" in diesem Aspekt voll punkten - gilt es doch mit einer quer gehaltenen Wii-Mote eine Kugel Quecksilber durch das Drehen, Kippen und Neigen des Controllers ins Ziel zu befördern.

Dabei kommt nicht nur erschwerend hinzu, dass Quecksilber nunmal flüssig ist, sondern auch, dass allerlei Hindernisse, Gegner und Rätsel dem flüssigen Metall und somit auch dem Spieler das Weiterkommen erschweren wollen. Da wäre beispielsweise die Beschaffenheit des Untergrundes: mal eisig glitschig, dann wieder klebrig zäh, uneben, löchrig oder unter den "Füßen" wegbrechend und überhaupt fast immer zu schmal.

Damit ließe sich noch ganz gut leben, wenn das Quecksilber selbst nicht auch einige Eigenschaften mit sich brächte: Es neigt nämlich dazu, sich an scharfen Kanten zu teilen. Ehe man sich versieht, hat man zwei oder drei unterschiedlich schnelle Kugeln, die alle gesteuert werden wollen, dabei jedoch bevorzugt in unterschiedliche Richtungen rollen. Kommt während der Level dann noch zu viel Quecksilber abhanden, weil es etwa in den Abgrund fließt, heißt es zurück zum Ausgangspunkt.

"Mercury Meltdown Revolution" verlangt aber nicht nur Geschick, sondern auch Denkarbeit. Zahlreiche Rätsel wollen vom Spieler gelöst werden, und das am Besten noch auf Zeit, um einen Bonus einzuheimsen. Besonders viel Gehirnschmalz muss der Spieler beim Mischen von Quecksilber aufbringen: Das Metall kann und muss nämlich unterschiedliche Farben annehmen, um beispielsweise Filter passieren oder Schalter auslösen zu können. 

In der Praxis muss der Spieler dann das Quecksilber zuerst teilen, anschließend an speziellen Farb-Generatoren einfärben und zu guter Letzt wieder zusammenfügen, um aus den Grundfarben einen anderen Farbton zu erstellen. Und als ob das immer noch nicht genug wäre, gibt es auch noch Dampfhämmer, schwingende Beile oder Quecksilber-fressende Gegner, die nach dem eigenen "Leben" trachten.

Doch auch die Technik schlägt dem Spieler zuweilen ein Schnippchen: In den verzweigten, kurvenreichen und oftmals auch über mehrere Ebenen erstreckten Levelstrukturen wird es schnell unübersichtlich, was ein Nachjustieren der Kamera nötig macht. Wer dabei nur kurz unachtsam ist und die Wii-Mote auch nur leicht zur Seite neigt, hat das Nachsehen. Pausen sollten daher erst eingelegt werden, wenn man sich sicher sein kann, dass Bewegungen des Controllers keinen Einfluss mehr auf den Quecksilber-Tropfen haben.

Hat man schließlich einen der über 150 Level ohne große Quecksilber-Verluste und eventuell mit dem einen oder anderen eingesammelten Bonus abgeschlossen, werden nicht nur neue Levels, sondern auch "Party-Spiele" freigeschaltet. In einem Rennen, einer Art Shuffle-Puck oder beim Versuch, dem Gepuste eines Ventilators standzuhalten, muss der Spieler allerdings alleine Party machen - einen Coop- oder Mehrspieler-Modus gibt es nämlich leider nicht.

In optischer Hinsicht macht das Spiel für Wii-Verhältnisse eine sehr gute Figur. Die farbenfrohe Cell-Shading-Grafik und auch die Physik des vergnügt vor sich hin fließenden Tropfens können sich sehen lassen, lediglich bei der Gestaltung der eher monoton gehaltenen Hintergründe wurde ein wenig gespart. Musikalisch wird überwiegend flott groovende Dance-Mucke geboten.

Fazit: "Mercury Meltdown Revolution" ist leicht zu begreifen, aber nur schwer zu meistern. Trotz des deftigen Schwierigkeitsgrades, der dem Spieler viel Übungsarbeit und bis zum Sieg definitiv mehrere Versuche abverlangt, bleibt das Spiel immer ausgeglichen fair. In Kombination mit der sehr gut umgesetzten Steuerung des Wii wird "Mercury Meltdown Revolution" zu einem unterhaltsamen und herausforderndem Geschicklichkeits-Spaß für die ganze Familie.

Plattform: Wii
Publisher: Atari
Krone.at-Wertung: 84%

von Sebastian Räuchle

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