Grausame Tat

13-Jährige für Massaker schuldig gesprochen

Ausland
10.07.2007 22:31
Eine 13-jährige Kanadierin ist des Mordes an ihrer Familie für schuldig befunden worden. Nach Überzeugung der Geschworenen hat sie ihrem elf Jahre älteren Freund geholfen, mit insgesamt 41 Messerstichen Mutter, Vater und den eigenen Bruder umzubringen. Sie wollte Rache, weil ihre Eltern sie zu Hausarrest verdonnert und ihr Kontakt mit ihrem Freund verboten hatten.

Der Jugendlichen, die zur Tatzeit erst zwölf Jahre alt war, drohen nach dem Schuldspruch am Montag bis zu sechs Jahre Haft sowie vier Monate auf Bewährung. Das Strafmaß soll am 23. August festgelegt werden.

Freund hielt sich selbst für Werwolf
Richter, Verteidiger und Ankläger waren sich einig, dass der Freund, der sich selbst für einen Werwolf hielt, die 42 und 48 Jahre alten Eltern des Kindes und den achtjährigen Bruder tötete. Das Mädchen soll laut Anklage aber die grausige Tat mitgeplant haben und auf ihren Bruder mehrfach eingestochen haben.

Bruder flehte um sein Leben
Das Mädchen sagte während der einmonatigen Verhandlung in der Kleinstadt Medicine Hat aus, dass ihr Freund an einem Tag im April 2006 kurz vor Dämmerung in das Haus der Familie einbrach. Ihr Freund habe die Eltern angegriffen und ihr anschließend befohlen, auf den Bruder mit einem Messer loszugehen. "Ich habe Angst. Ich bin zu jung zum Sterben", soll der Bub um sein Leben gefleht haben, bevor ihm die Kehle aufgeschlitzt wurde. Seine Leiche wurde später in seinem Zimmer zwischen blutverschmierten Spielzeugen gefunden, die Eltern lagen tot im Keller.

Sex nach der Tat
Nach der Tat hatte das Mädchen auf der Flucht nach eigener Aussage mit seinem Freund Sex. Am nächsten Tag wurden die beiden in einer Nachbarprovinz schlafend in einem Wagen aufgegriffen. Bei ihnen fanden die Ermittler eine Tasche mit Blut triefenden Kleidungsstücken, Messern und eine Tasche der Mutter des Mädchens. Der Freund der Verurteilten ist heute 24. Sein Mordprozess steht noch aus. 

Polizisten bot sich ein Bild des Grauens
Zum Auftakt der Beweisaufnahme in Medicine Hat hatten Polizisten immer wieder mit Tränen kämpfen müssen, als sie den Geschworenen das Blutbad am Tatort schilderten. Die 48-jährige Mutter war im vergangenen Jahr im Haus der Familie mit zwölf Stichwunden tot gefunden worden. Der Vater, ein 42 Jahre alter Industriearbeiter, hatte offenbar in einem Handgemenge 24 Stiche davongetragen. Der kleine Bruder lag mit durchtrennter Kehle und Würgemalen auf seinem Bett.

"Ich hasse sie, deshalb habe ich diesen Plan"
Der Anklage zufolge soll das Mädchen ihrem Freund einen Monat vor der Tat eine E-Mail geschrieben haben. "Ich hasse sie, deshalb habe ich diesen Plan", hieß es darin laut Staatsanwaltschaft. "Er fängt damit an, dass ich sie umbringe. Und er endet damit, dass ich mit Dir zusammenlebe." 

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