Explosiv

Linzer leben auf 3000 Bomben!

Oberösterreich
10.06.2007 19:38
Bis zu 3000 Bomben ticken noch in Linz - Sonntag war wieder Großeinsatz des Entminungsdienstes bei der Voest und im Chemie-Park: Wo Luftbilder und Sonargeräte drei Blindgänger geortet hatten, wurden aber nur ein eisernes Kanalrohr, eine Glas- und eine Granitplatte ausgegraben. Viel Lärm um nichts!

In Hamburg hatte die Sprengung einer Fliegerbombe immerhin die Evakuierung von 40.000 Anrainern notwendig gemacht. In Linz sollten zumindest die Steyreggerbrücke und die Donauschifffahrt gesperrt werden, wenn´s brisant brenzlig geworden wäre: Ein Boot, ein Hubschrauber und 14 Polizisten standen für die Absperrungen bereit, als sich vier Sprengstoff-Experten an die drei Verdachtspunkte heranarbeiteten, die nach Kanalgrabungen geortet worden waren. 

Ein Spezialfahrzeug mit einem Riesenstaubsauger entfernte die letzte dünne Erdschicht von den Fundstücken, die sich aber allesamt als harmlos entpuppten. Sicherheitshalber wurde auch noch ihr Untergrund sondiert und abgegraben, doch keinerlei Bombe gefunden. Die Kosten der Aktion sollen siebenstellig gewesen sein. 

Vorbeugen ist besser als heilen: Seit vor drei Jahren im Fernheizwerk eine Fliegerbombe einen Radlader in die Luft gejagt und drei Menschen verletzt hatte, werden alle Baustellen nach Kriegsrelikten abgesucht. Linz war von 22.000 Bomben zerstört worden - zwischen 750 und 3000 werden noch immer unter der Erde vermutet. Der Grund der Brisanz: Die Industrie war mit derart vielen Flak-Stellungen geschützt worden, dass die Piloten ihre Fracht so schnell wie möglich abwarfen und abdrehten, bevor sie ihre strategischen Ziele erreicht hatten. 

 

 

 

Foto: Chris Koller

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