Gorenje-Ende

Schock über Kündigung sitzt tief

Oberösterreich
01.06.2007 19:10
„Es traf uns völlig unerwartet“, erklären die 64 Mitarbeiter des Küchenherstellers Gorenje in Freistadt unisono. Dementsprechend tief sitzt nach wie vor der Schock über die Schließung des Werkes. „Es dauert, bis man so etwas tatsächlich realisiert“, sagt etwa Arbeiter Alois Forstner…

„…schließlich bin ich schon mein halbes Leben hier beschäftigt“. Alois Forstner ist für Montage von Küchen zuständig. Er ist auf einem Ohr taub, das war bei dieser Arbeit kein Problem. Aber wird sich da so einfach etwas neues finden? Bekanntlich steht er wie 36 seiner Kollegen schon

Ende Juli, wenn Montage und Produktion eingestellt werden, auf der Straße. Auf die Frage, wie es weiter geht, ist Herbert Rudlstorfer, Betriebsratsvorsitzender der 27 Angestellten, ratlos: „Keine Ahnung. Oberste Priorität hatte, das Beste herauszuholen.“ Was mit insgesamt 1,1 Millionen Euro auch gut gelang.

Zuvor verbrachte auch Manfred Mühlbachler, der Betriebsratsvorsitzende der 37 Arbeiter, schlaflose Nächte. Er ist sauer: „Zum Glück haben wir die Gewerkschaft. Denn sonst hat uns keiner geholfen. Nicht ein Politiker hat sich anschauen lassen.“

Wobei Gewerkschafter Harald Dietinger viel zu tun hat: „Jetzt heißt´s entscheiden, wer wie viel Geld bekommt. Es hängen Schicksale daran, was hier passiert. Ich muss mich auch um Betreuung kümmern für jene, die es besonders hart trifft. Geld allein kann nicht aus der Patsche helfen.“

 

 

Foto: Johannes Markovsky

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